Montag, 11. März 2013
21. Kapitel

„Gehen sie aus dem Weg…“
„Was ist passiert?“
Weit entfernte Worte die Anita durch einen Nebel hindurch wahr nahm.
„Das arme Ding. Wissen sie was passiert ist?“
„Nein. Schrecklich, dass so etwas bei uns…“
„Machen sie doch endlich Platz.“
Vor Schmerzen benebelt konnte sie das Stimmengewirr nicht zuordnen. Anita hörte noch ein lautes Schlagen. Dann war es still.
Plötzlich ertönten Sirenen. Sie erschrak. Sehen konnte sie so gut wie gar nichts. Ihre Augen waren verklebt. Jemand war bei ihr, das spürte Anita genau. Sie war jedoch zu schwach um sich mit den Händen über die Augen zu wischen oder gar aufzurichten.
Das Heulen der Sirenen bekleideten sie. Der Schmerz drang unaufhaltsam und brutal in ihr Bewusstsein. Sie schmeckte Blut auf ihrer Zunge und ekelte sich davor. Übelkeit überkam sie. Anita hatte das Gefühl, dass sie sich gleich übergeben müsste. Sie musste würgen. Das verursachte einen Schmerz im Hals, dass ihr die Luft weg blieb. Sie röchelte. Die Übelkeit verflog zum Glück – jedoch war ihre Kehle wie zugeschnürt. Eine Hand berührte ihren Arm ganz sacht. Das sollte sie wahrscheinlich beruhigen verursachte aber nur, dass Panik in ihr aufkam. Sie zuckte zusammen. Die Schmerzen in ihr wurden immer mächtiger. Sie hatten von ihr Besitz ergriffen. Was geschehen war konnte Anita nicht begreifen. In ihrem jetzigen Zustand war sie auch nicht in der Lage klare Gedanken zu fassen. Sie gab sich der Schwäche ihres Körpers hin.

Der Notarztwagen hielt gerade vor der Notaufnahme des Calwer Krankenhauses. Anita krümmte sich vor Schmerzen. Langsam erwachte sie aus ihrer Bewusstlosigkeit. Die Schmerzen in ihrem Unterleib waren unerträglich. Sie schrie. Sie weinte. Ihre Umgebung nahm sie nur durch einen Schleier wahr.
Ein Mann in einem weißen Kittel versuchte sie zu beruhigen. Ohne Erfolg. Anita war immer noch benommen, meinte Markus versuche ihr wieder weh zu tun. Sie schlug blind um sich. Der Sanitäter versuchte sie zu packen. Sie wehrte sich – mobilisierte die letzten Kräfte. Endlich konnte der Mann sie umklammern. Ein zweiter Sanitäter gab ihre eine Spritze.
"Gleich wird es wieder besser“, sagte eine tiefe männliche Stimme zu ihr.
"Die Schmerzen! Es tut so weh“, jammerte sie.
"Bleiben sie ruhig. Versuchen sie nicht zu reden. Wir werden uns schon um sie kümmern."
Die Türen des Wagens wurden geöffnet. Die Trage auf der sie lag wurde nach hinten geschoben. Zwei Männer nahmen sie in Empfang und befestigten sie auf einem Rollgestell.
Eilig wurde Anita in das Innere des Krankenhauses geschoben. Viele Menschen waren nun um sie. Schemenhafte Gestalten konnte Anita erkennen, wusste aber nicht wo sie sich befand.
"Sie ist zusammen geschlagen worden. Sicherlich hat sie innere Verletzungen. Es sieht nicht gut aus. Bereitet schon einmal alles vor."
Das war alles was sie noch hörte.
Dann fiel Anita wieder in ein schwarzes Loch.

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Freitag, 8. März 2013
20. Kapitel

Es war eine stürmische Nacht als es passierte. Regen peitschte gegen das Schlafzimmerfenster. Anita hatte sie bereits früh hingelegt. Ihr Freund war noch nicht wieder nach Hause gekommen.
Nach der Arbeit war er kurz daheim gewesen. Wie fast jeden Abend hatte Anita bereits das Abendessen vorbereitet. Da sie in Calw und Markus in Nagold arbeitete war sie immer bereits eine Stunde früher zuhause als er. Die Zeit nutzte sie um zu kochen.
Schweigend hatte er mit ihr zu Abend gegessen. Während sie versuchte ein Gespräch zu beginnen war ihr Freund schweigsam und seltsam verschlossen. Schnell und lustlos hatten sie gegessen. Danach zog sich Markus um. Seine Arbeitsklamotten tauschte er gegen Jeans und Pullover. Währenddessen brachte Anita die Küche wieder in Ordnung.
Wie so oft ging er noch weg und verabschiedete sich mit den Worten, dass er sich mit einem Freund treffen wolle. Er kam in die Küche und gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Dann war er auch schon weg. Wenig später hörte sie wie er mit dem Auto davon fuhr. Anita blieb traurig zurück.

Das ging nun seit mehreren Wochen so. Nach dem Abend mit Elke hatte sie in aller Ruhe mit Markus geredet. Er benutzte Ausreden, schob es wieder auf seine Arbeit. Mit der Schwangerschaft habe es nichts zu tun und er freue sich auf das Baby. Anita war nur wenig beruhigter dadurch. Ihr Freund verschloss sich immer mehr vor ihr. Sollte er etwa doch eine Affäre haben? Durch ihre Schwangerschaft hatte sie ein paar Kilos zugelegt und sie fühlte sich weitaus weniger attraktiv. Auch ein neuer Haarschnitt änderte daran nichts. Sie trug ihre Haare nun noch kürzer und hatte sie sich dunkelrot färben lassen. Erst fand sie es toll, doch inzwischen mochte sie die Haarfarbe schon nicht mehr.

Von Irgendwo her erklang ein Krachen. Anita, die sich in den Schlaf geweint hatte, schreckte hoch. Sie lag schon in Träumen und wusste nun nicht, ob sie geträumt hatte oder das Geräusch real war. Sie lauschte.
Zunächst war weiter nichts zu hören. Sie glaubte schon, dass sie einen sehr lebhaften Traum gehabt hatte.
Doch dann...
Die Tür zum Schlafzimmer wurde aufgestoßen und krachte mit voller Wucht gegen die Wand. Anita fuhr erschreckt hoch. Vor Verblüffung brachte sie kein Wort hervor. Aus dem Flur drang Licht in das Schlafzimmer. Eine schwankende Schattengestalt war zu erkennen.
Es war Markus der unter dem Türrahmen erschien.
Endlich fand Anita wieder Worte:
"Bist du verrückt. Mitten in der Nacht solch' einen Lärm zu veranstalten."
Jetzt war sie richtig wach und hatte Wut im Bauch. So was war noch nie vorgekommen. Ihre Mundwinkel zuckten. Der Puls raste.
„Ach, halt die Klappe“, warf er ihr verachtend entgegen.
Anita war verdutzt. Markus hatte sie noch nie so angefahren. Sie bekam Angst und zog die Decke hoch bis unters Kinn. So hockte sie nun im Bett und starrte ihren Freund an.
Er schwankte auf sie zu. Seine Augen konnte sie nicht erkennen - dazu war es zu finster. Das Licht aus dem Flur brachte nicht genügend Helligkeit in den Raum. Wäre es heller gewesen hätte sie den weggetretenen Ausdruck in seinen Augen gesehen.
Was würde jetzt passieren? Etwas war mit ihm geschehen. Aber was?
"Du bist der letzte Dreck in meinen Augen."
Die Stimme klang überhaupt nicht nach Markus.
"Was redest du denn? Bist du betrunken oder was ist los mit dir?"
Eine Antwort bekam sie von Markus nicht. Stattdessen erhob er die rechte Hand.
Was dann geschah war unbegreiflich für Anita. Er stürzte auf das Bett zu, riss ihr die Bettdecke, die sie mit beiden Händen festhielt, weg und schleuderte sie zur Seite. Dann schlug er sie ins Gesicht. Anita schrie auf und versuchte ihr Gesicht mit den Armen zu schützen. Seine Fäuste hämmerten auf den Bauch, die Brust und den Hals. Der Schmerz trieb ihr die Tränen in die Augen. Sie begann zu flehen er solle aufhören. Das steigerte seine Wut und er schlug noch kräftiger zu.
Anita war schon benommen, versuchte sich aber noch zu wehren. Sie strampelte mit den Beinen, versuchte nach ihm zu treten. Es war zwecklos. Seine Fäuste trafen sie überall. Immer härter schlug er zu. Wie lange das so weiter ging wusste sie nicht.
Irgendwann wurde ihr schwarz vor Augen und sie verlor das Bewusstsein.
Markus hörte nach einer endlos wirkenden Zeit auf seine Freundin zu schlagen. Der Rausch verebbte.
"Du hast es nicht anders verdient, du Schlampe", flüsterte er in die Dunkelheit.
Jedoch hörte ihm niemand mehr zu.
Markus erwachte langsam aus seiner Trance. Da im Zimmer kein Licht war sah er das ganze Blut auf dem Laken nicht. Nur langsam wurde ihm bewusst was er eben getan hatte. Wie von Sinnen stürmte er aus der Wohnung.
Ein Nachbar, der den Streit mitbekommen hatte trat eben seiner Wohnungstür und sah Markus gerade noch zur Hautür hinaus fliehen. Sofort eilte er in die Wohnung zurück und informierte die Polizei.

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Montag, 4. März 2013
19. Kapitel

Das Paar wohnte nun schon eine ganze Weile in der Wohnung. Alles war inzwischen perfekt eingerichtet. Das hatte zwar noch ein paar Wochen in Anspruch genommen, doch hatte sich die Mühe gelohnt. Anitas Freundin Elke war von der Wohnung begeistert. Besonders das Kinderzimmer gefiel ihr. Die bunte Tapete mit den lustigen Ballonen darauf hatte es ihr angetan.
Das erwähnte die Frau bei jedem ihrer Besuche, so auch heute.
"Das Kinderzimmer ist ein absoluter Traum. Ihr habt hier alles so schön eingerichtet und trotzdem scheinst du in den letzten beiden Wochen total unglücklich zu sein. Stimmt etwas nicht? Hast du Probleme mit der Schwangerschaft?"
"Nein, mit dem Kind ist alles in Ordnung. Ich war erst gestern wieder beim Arzt und habe mich untersuchen lassen. Es ist etwas anderes."
Anita wollte nicht so recht mit der Sprache raus rücken. Elke ließ aber keine Ausflüchte gelten und wollte wissen was Sache ist. Nach einigem Zögern erzählte Anita ihr was sie bedrückte.
"Es ist wegen Markus. In den letzten Wochen war er immer öfters weg. Er ist oft schlecht gelaunt wenn er dann nach Hause kommt."
"Meinst du er bekommt kalte Füße wegen dem Baby. Ich meine..."
"Nein, das glaube ich nicht. Er hat sich riesig gefreut als ich ihm sagte, dass ich schwanger bin und er freut sich darauf Vater zu werden."
Elke schüttelte den Kopf. Dabei fiel ihr eine Strähne des Haares ins Gesicht. Sie strich sie mit der linken Hand zurück.
"Das war vor Monaten. Damals war nichts zu sehen. Jetzt sieh dich an. Du bist fett."
Das sagte sie mit einem leicht ironischen Unterton. So wollte sie ihre Freundin aus der Reserve locken. Sie merkte, dass Anita immer noch ziemlich verschlossen war und nicht so richtig darüber reden wollte. Früher provozierten solche Spitzen ihre Freundin und dann wehrte sie sich verbal.
"Ja, aber nur wegen dem Kind."
"Das weißt du. Das weiß ich. Wie sieht es aber mit Markus aus?"
"Ich bitte dich Elke. Er ist ein aufgeklärter Mann. Außerdem bin ich gar nicht so fett. Bis jetzt ist kaum etwas zu sehen."
"Das hat gar nichts zu sagen. Er hat schließlich noch keine Schwangerschaft miterlebt, oder?"
"Nein, das hat er nicht."
"Na siehst du. Du bist jetzt im sechsten Monat schwanger."
"Das ist es auch nicht. Es ist etwas anderes. Ich verhalte mich völlig normal, wenn du weißt was ich meine."
"Ja, du hast keinen Heißhunger auf Torte mit saueren Gurken."
Dabei musste Elke grinsen. Anita fiel es schwer ernst zu bleiben.
"Genau. Mir ist morgens auch nicht mehr übel wie das am Anfang meiner Schwangerschaft der Fall war."
Die beiden Frauen redeten noch eine ganze Weile über Markus' seltsames Verhalten.
Elke fragte Anita ob er wieder mit dem Spielen angefangen habe. Das war jedoch nicht der Fall.
Der Abend war schon weit voran geschritten. Dann tauchte Markus auf. Er begrüßte die zwei Frauen und wechselte nur ein paar Worte mit ihnen. Dann verschwand er im Schlafzimmer.
"Der war aber kurz ab."
"Das ist das was ich meinte", sagte Anita.
"Sag mal, habt ihr zwei überhaupt noch Sex. Kommt er vielleicht zu kurz? Hat er gar eine Affäre mit einer anderen Frau."
"Das glaube ich nicht. Er ist nicht der Typ fürs Fremdgehen. Wir haben hin und wieder Sex. Oft hat er aber keine Lust. Meinst du mein Körper stößt ihn ab?"
"Nee oder vielleicht doch. Ich weiß nicht wie beliebt Walrösser bei den Jungs sind“, scherzte Elke.
Ihr war die Situation inzwischen viel zu ernst geworden. Sie merkte, dass ihre Freundin langsam aber sicher in ein tiefes Loch zu fallen drohte. Dem musste sie entgegen steuern. Mit einem breiten Grinsen blickte sie Anita in die Augen. Es wirkte. Die Frauen brachen in Lachen aus. Es dauerte eine ganze Weile bis sie sich wieder beruhig hatten.
"Es wird sich bestimmt alles klären. Vielleicht solltest du einmal in aller Ruhe mit Markus reden."
"Ich weiß nicht so recht..."
"Das kann ich auch übernehmen."
Anita war schockiert.
"Alles nur das nicht. Nein, ich werde es schon selbst tun."
Wieder musste Elke an ihre zerbrochene Beziehung denken und hoffte für Anita dass es nichts Schlimmes war, das Markus zu seinem Verhalten trieb. Es wäre undenkbar wenn der Mann Anita sitzen lassen würde, jetzt da sie ein Kind von ihm erwartete.
"Meine Güte“, rief Elke aus, "es ist schon weit nach Mitternacht. Ich müsste längst schon im Bett liegen. Ich muss morgen zur Arbeit."
"Ich auch. Nur muss ich nicht mehr so weit fahren", scherzte Anita.
Die Freundinnen verabschiedeten sich voneinander. Dies sollte für eine lange Zeit der letzte gemeinsame vergnügliche Abend für die Frauen gewesen sein.

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Freitag, 1. März 2013
18. Kapitel

Endlich war es soweit. Der Tag des Umzugs war gekommen. Seit Tagen schon war Anita damit beschäftigt in ihrer alten Wohnung Kartons mit Sachen zu packen, die sie im Moment nicht mehr benötigte und dabei wurde gleich Einiges aussortiert. Schränke wurden von ihr ausgeräumt. Dabei fand sie etliche Dinge an die sie schon lange nicht mehr gedacht hatte. Schöne Erinnerungen an alte Zeiten kamen dabei hoch. Außerdem topfte sie noch ein paar Zimmerpflanzen um. Sie fand, dass dafür der richtige Augenblick war. Ihre Mutter war immer wieder an ihrer Seite um sie zu unterstützen.
Viele andere Kleinigkeiten die schon vor einem Umzug erledigt werden konnten, nahm sie in Angriff. Anita holte Unterlagen von verschiedenen Ämtern, füllte sie sorgfältig aus - gab sie wieder ab. Das Telefon meldete sie um und bei der Post stellte Anita einen Nachsendeantrag, obwohl ihre Eltern weiterhin ihre Post annehmen würden. Doch das wollte sie nicht unbedingt.
Am ersten Wochenende im August ging es dann hoch her. Außer Elke halfen noch Anitas Eltern. Markus Eltern wohnten zu weit weg. Von den Arbeitskollegen und weiteren sogenannten Freunden hatten sie Absagen erhalten. Wie bei solchen Aktionen üblich schien plötzlich niemand Zeit zu haben. Anita war das aber auch ganz recht. Es dauerte mit so wenigen Leuten zwar länger - aber dafür konnte sie alles besser überblicken.
Nachdem sie den Lkw, den ihr Vater besorgt hatte, mit ihren Sachen voll geladen hatten, fuhren sie nach Altburg zur neuen Wohnung. Sie lag zum Glück im 1. Stock des 5-Familien-Hauses und so mussten sie nicht die ganzen Kartons und Möbel über zig Treppen nach oben schleppen.
Als sie alles ausgeladen hatten ging es zur Wohnung von Markus. Dort wiederholte sich das ganze Spiel. Wieder wurde der LKW mit Möbeln, Kartons und Sonstigem voll geladen.
Das mit den Möbeln war eh so eine Sache. Da Markus und Anita eine Wohnung hatten, war nun vieles doppelt vorhanden. Das, was sie im Endeffekt wirklich behalten wollten, und das was weg gegeben werden könnte wollten sie später klären. Zunächst wurden alle Möbel hergebracht.
Am späten Nachmittag hatten sie endlich alles geschafft. Sie waren komplett erledigt und freuten sich auf die wohl verdiente Pause mit erfrischenden Getränken.
"Hast du dich auch nicht überanstrengt", wollte Gerda von ihrer Tochter Anita wissen. Die Frau machte sich etwas Sorgen um ihre Tochter. Auf ein paar Stühlen die mitten im Wohnzimmer standen hatten sie sich gesetzt. Um sie herum herrschte das pure Chaos.
"Nein Mutter, mir geht es gut. Ich bin ja erst im dritten Monat schwanger."
"Trotzdem solltest du heute nichts mehr arbeiten. Lass einfach alles stehen und liegen wo es ist."
"Das ist einfach gesagt Mutter. Es sieht hier aus als hätte eine Bombe eingeschlagen."
"Ihr hättet eben vor dem Umzug absprechen sollen, welche Möbel ihr behaltet und welche ihr weg gebt. Zudem ist das bei einem Umzug immer so. Das kannst du mir glauben. Ich habe das schon ein paar Mal mitgemacht. Bei jedem Umzug habe ich aber immer genau überlegt was mitgeht und was aussortiert wird."
"Ja, das wäre sicher besser gewesen. Vor allem wenn zwei Haushalte zu einem zusammen wachsen."
Anita brachte ein angestrengtes Lächeln hervor. Die Erschöpfung war ihr nun doch anzumerken. Gerda nahm ihre Tochter in den Arm und drückte sie fest an sich.
„Meine Kleine wird vollends erwachsen“.
Markus und Anitas Vater Hans trugen gerade noch ein Sideboard herein und stellten es im Korridor ab. Dann kamen sie zu den beiden Frauen ins Wohnzimmer. Sie mussten dabei über zerlegte Möbel und zig Kartons steigen.
"Ein einziges Chaos", meinte Hans.
"Da kommt noch eine Menge Arbeit auf uns zu“, meinte Markus als er den Blick durch das Wohnzimmer schweifen ließ.
"Ja, aber nicht heute", mischte sich Gerda ein, "Anita soll sich nicht überanstrengen."
"Natürlich nicht."
Markus war ganz ihrer Meinung. Für heute wollten sie Schluss machen. Gerda lud das junge Paar zum Abendessen ein. Damit waren sie einverstanden. Wenig später verließen sie die Wohnung und sperrten das Chaos für den Abend ein.

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Mittwoch, 27. Februar 2013
17. Kapitel

In den darauf kommenden Wochen waren Markus und Anita damit beschäftigt eine geeignete Wohnung zu finden. An den Wochenenden durchsuchten sie die Tageszeitungen nach in Frage kommenden Objekten. Ein paar Besichtigungstermine hatten sie schon hinter sich gebracht. Bislang war aber noch nicht die richtige Wohnung dabei. Es dauerte zwar etwas, doch dann fand sich eine Wohnung, die in der Annonce vielversprechend klang. Es war ein Objekt in Altburg. Markus rief direkt an. Die Telefonnummer stand in der Anzeige. Es meldete sich eine männliche Stimme.
Während Markus telefonierte holte sich Anita noch etwas zu Trinken aus ihrer Küche. Dann las sie in der Tageszeitung weiter. Sie informierte sich über die neuesten Ereignisse in der Region.
"So, ich habe mit einem Herrn Müller gesprochen", sagte Markus zu Anita als er den Telefonhörer aufgelegt hatte.
Anita legte die Zeitung beiseite und blickte zu Markus auf der an die Couch heran getreten war. Er strahlte sie an. Sie liebte diese Strahlen im Gesicht ihres Freundes.
"Nun, was hat der Mann denn gesagt", wollte sie wissen.
"Kurzum, wir haben für morgen einen Besichtigungstermin vereinbart. Ich hoffe das ist dir recht?"
"Und ob mir das recht ist. Um wie viel Uhr sind wir mit diesem Herrn Müller denn verabredet?"
"Gegen 13.00 Uhr sollen wir in Altburg sein. Die ganz genaue Adresse hat er mir auch noch durchgegeben."
"Ich bin gespannt wie die Wohnung aussieht. Hoffentlich ist sie die Richtige für uns. Wir haben schon lange genug gesucht."
Dem musste Markus beipflichten.
"Das kannst du laut sagen. Aber wieso sollen wir nicht auch Glück haben."
"Ich kann nur hoffen, dass außer uns nicht noch jemand für die Wohnung Interesse gezeigt hat."
"Das denke ich ist nicht der Fall. So wie Herr Müller klang glaube ich das zumindest nicht."

Am Nachmittag ging das junge Paar spazieren. Während sie durch das Würzbacher Moor gingen - Anita fand diesen Ort so romantisch - sprachen die Beiden über die Wohnung und was alles getan werden müsste, wenn sie sie bekämen. Länger als zwei Stunden waren sie schon gegangen und Anita wurde langsam müde. Also machten sie sich auf den Rückweg.
Das Abendessen nahmen sie noch gemeinsam ein. Dann wollte Markus sich auf den Weg nach Hause machen. Doch Anita überredete ihn mit ihren weiblichen Reizen besser über Nacht zu bleiben. Es wurde eine stürmische und leidenschaftliche Nacht. Weit nach Mitternacht schliefen die Beiden ein. Lange hatten sie sich innig geliebt.
Erst spät standen sie am nächsten Tag auf und duschten gemeinsam. Dann nahmen sie noch ein kräftiges Frühstück ein. Es war schon eher ein Brunch. Das Mittagessen ließen die Beiden ausfallen. Bereits kurz nach 12.30 Uhr machte sich das Paar auf den Weg. Verspäten wollten sie sich auf keinen Fall. Es war ihnen wichtig pünktlich zu sein um einen guten ersten Eindruck zu machen. Allerdings mussten sie noch lange auf Herrn Müller warten.
Dann kam er endlich. Er entschuldigte sich für sein zu spät kommen. Es war ein älterer Herr, der abgehetzt auf sie zukam. Anita schätzte ihn auf Ende 50.
Die Wohnung lag im ersten Stock eines 5-Familien-Hauses im Ortskern vom Calwer Stadtteil Altburg.
Die 3-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad gefiel dem jungen Paar direkt. Das war genau die Wohnung, die Beiden vorschwebte. Es gab auch noch einen Balkon. Während der Besichtigung hatten sie ein Gespräch mit Herrn Müller. Sie erzählten von ihrer Arbeit, von ihrem Leben, von den Wünschen und Erwartungen an die Wohnung.
Das Gespräch mit dem Vermieter war erfolgreich verlaufen denn er meinte, dass die Beiden jungen Leute die Richtigen wären und auch gut zur Nachbarschaft passen würden.
Er überreichte Markus einen vorgefertigten Mietvertrag.
"Sie müssen den Vertrag nicht sofort unterschreiben. Sie dürfen ihn gerne mitnehmen und in aller Ruhe durchlesen", meinte der ältere Mann.
"Das ist nicht nötig", antwortete Markus.
"Alles was wir wissen müssen haben sie ja bereits erwähnt Herr Müller", sagte Anita.
So wurde der Vertrag direkt unterzeichnet und das junge Paar bekam die Schlüssel ausgehändigt. Damit hatte das Paar gar nicht gerechnet. Da die Wohnung aber leer stand, meinte Herr Müller, dass sie direkt die Schlüssel haben könnten, obwohl der Mietvertrag erst zum nächsten Monatsbeginn ausgestellt war. Gerne nahmen sie ihn entgegen. Dann verabschiedeten sie sich voneinander.

Anita war aufgeregt wegen des Umzuges der nun bevor stand. Ihre beste Freundin Elke bot sofort ihre Hilfe an, als sie davon erfuhr. Das junge Paar war dankbar für jede Hilfe die sie kriegen konnten. Bevor sie aber mit dem Umzug beginnen konnten, musste die 3-Zimmer Wohnung erst einmal renoviert werden. Das übernahm Markus. Anita half nur abends und an den Wochenenden etwas. Sie bekam vom Geschäft keinen Urlaub. Im Moment war sie dort unentbehrlich.
Was würde ihr Chef sagen, wenn er erfuhr dass Anita schwanger war? Darüber machte sich die Frau langsam Gedanken. Allzu lange konnte sie ihre Schwangerschaft nicht mehr verheimlichen. Das wollte sie auch gar nicht.
In der neuen Wohnung wurden erst einmal die ganzen Wände in Weiß gestrichen. Dann wurde noch ein neuer Teppichboden gelegt.

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Montag, 25. Februar 2013
16. Kapitel

Seit ihrem Urlaub schon war Anita morgens immer übel. Hatte sie im Urlaub noch gedacht, dass es an dem ungewohnten Essen läge, machte sie sich doch nun langsam Sorgen. Kurzfristig vereinbarte die Frau einen Termin bei ihrem Arzt.
Während sie nun im Wartezimmer saß, kam sie ins grübeln. Dabei viel ihr ein, dass ihre letzte Regel schon lange überfällig war. Sollte sie etwa?
Die Sprechstundenhilfe rief Anitas Namen auf und riss sie aus ihren Gedanken. Mit einem leicht mulmigen Gefühl betrat sie das Sprechzimmer und wartete auf den Arzt. Der Raum war ihr vertraut. Über die Jahre hatte er sich nie verändert.
Den älteren Mann, der die Tür öffnete und herein kam, kannte sie schon seit ihrer Kindheit. Zu ihm hatte sie vertrauen. Als der Arzt den Raum dann betrat stand Anita kurz auf. Er begrüßte sie mit kräftigem Handschlag und bat sie sich wieder zu setzten. Er nahm ihr gegenüber Platz und fragte nach ihrem Befinden. Anita erzählte wie sie sich fühlte. Der Arzt hörte interessiert zu und stellte zwischendurch ein paar Fragen. Dann untersuchte er sie gründlich.
Es stellte sich tatsächlich heraus, dass sie schwanger war. Die Frau konnte es gar nicht fassen. Schon lange hatte sie sich heimlich ein Baby gewünscht. Doch was würde Markus dazu sagen? Würde er sich auch freuen? Sie war sich da nicht sicher. Das war für die Beiden bisher kein Thema gewesen zumal die Beziehung auf Messers Schneide gestanden hatte. In ihrem Urlaub waren sie sich nun aber wieder sehr nahe gekommen und das war eine gute Basis.
Ob Markus sich genauso freuen würde wie sie wollte Anita in Erfahrung bringen. Für den Abend lud sie deshalb Markus ein.
Den ganzen Tag über war sie unruhig gewesen. Immer wieder kehrten ihre Gedanken an die Schwangerschaft zurück. Auf ihre Arbeit konnte sie sich gar nicht konzentrieren. Es wäre besser gewesen sich für den Tag krank schreiben zu lassen. Doch den Termin hatte sie bereits um neun Uhr gehabt. So ging sie am Nachmittag arbeiten.

Ein paar Stunden später saßen die beiden jungen Leute in Anitas Wohnzimmer.
"Was ist denn so wichtig, dass ich unbedingt vorbei kommen sollte", wollte Markus wissen.
Anita trank noch einen Schluck Wasser. Sie stellte das Glas ab und wand sich ihrem Freund zu der direkt neben ihr auf der Couch saß.
"Ich war heute Morgen beim Arzt und..."
"Doch nicht etwa was Schlimmes!"
Markus machte ein besorgtes Gesicht und griff nach der Hand seiner Freundin.
"Nein im Gegenteil. Ich bin schwanger", platzte Anita heraus.
Zu lange hatte sie warten müssen um es ihrem Freund zu sagen. Nun wollte sie nicht lange um den heißen Brei reden. Sie sah ihm direkt in die Augen um seine Reaktion darin ablesen zu können. Sie begannen zu leuchten.
"Was! Oh, das gibt es doch nicht. Das kann ich nicht glauben. Ich werde Vater."
Markus war ganz außer sich vor Freude. Er sprang auf, zog seine Freundin zu sich in die Arme und küsste sie.
"Langsam, langsam."
"Ich werde Vater! Ich werde Vater!"
Anita war erleichtert. Sie hatte befürchtet, dass Markus wütend werden könnte. Sie hätte nicht geglaubt, dass ihr Freund sich so sehr freuen würde.
Darüber hatten sie noch nicht gesprochen. Es schien nie wichtig gewesen zu sein.
Jetzt aber redeten die Beiden den ganzen Abend darüber. Es wurden Pläne geschmiedet, über Namen für das Kind gestritten.
"Wir sollten endlich zusammen ziehen", meinte Markus während des Gespräches, „wir werden eine kleine Familie. Ich kann das noch gar nicht fassen.“
Das wunderte Anita allerdings. Bisher hatte er sich immer geweigert eine gemeinsame Wohnung zu nehmen. Markus wollte sein Unabhängigkeit nicht einfach für eine Beziehung aufgeben.
Das war nun vorbei. Seit ihrem gemeinsamen Urlaub hatte er sich verändert. Er war ausgeglichener, hatte mehr Zeit für sie. Er spielte auch nicht mehr. Das hatte sie inzwischen von Elke erfahren. Sie hatte sich als Privatdedektivin betätigt - ohne das Wissen von Anita. Sie war zwar erst mal sauer, doch dann aber froh zu erfahren, dass ihr Freund nicht mehr sein ganzes Geld verspielte. Es wurde sehr spät und so verbrachte Markus die Nacht bei seiner Freundin.

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Freitag, 22. Februar 2013
15. Kapitel

Viel zu schnell war die erste Woche vorüber und sie mussten den Mietwagen wieder abgeben. In zwei Tagen stand aber noch der Ausflug nach La Gomera auf dem Plan. Außerdem war jetzt jeden Tag Strand und Meer angesagt. Anita wollte unbedingt noch etwas Bräune bekommen. Markus hingegen hatte eben zu kämpfen, dass er keinen Sonnenbrand bekam. Sie vermieden es während der Mittagsstunden in der prallen Sonne zu liegen. Zu dieser Zeit nutzten sie den Hotelpool. Auf Liegen im Schatten von Palmen hatten sie es sich gemütlich gemacht.
„Der Urlaub fliegt ja nur so dahin“, resümierte Anita, „unsere Ausflüge haben mir unheimlich viel Spaß gemacht.“
„Wir haben den Ausflug nach La Gomera ja noch vor uns. Ich bin gespannt wie der wird.“
„Am meisten freue ich mich auf die Fahrt mit dem Fährschiff. Allerdings hoffe ich, dass es keine hohen Wellen gibt. Nicht dass ich noch seekrank werde. Zurzeit ist mir morgens sowieso immer etwas übel.“
„Liegt bestimmt am ungewohnten Essen“, beruhigte Markus seine Freundin und streichelte ihre Hand.
„Du hast bestimmt recht. Ich geh’ eine Runde schwimmen.“
Anita sprang von ihrer Liege hoch. Auf diese Weise wollte sie die trüben Gedanken, die gerade in ihr aufzukeimen versuchten, direkt verdrängen.
Mit einem Satz sprang sie in den Pool. Das Wasser war erfrischend. Sie tauchte unter. Für einen kurzen Augenblick war sie ganz alleine.
Nach dem Auftauchen wandte sie sich in Richtung der Liegestühle. Markus machte keine Anstalten ihrem Beispiel zu folgen. Er winkte ihr nur zu. So schwamm sie gemütlich den Pool entlang. Es waren nur wenige Hotelgäste mit am Pool und im Wasser. Nach einer viertel Stunde stieg sie aus dem Wasser und ging zu Markus. Er war eingenickt. Sie legte sich auch wieder hin und döste kurze Zeit später ein.
Abends pulsierte das Nachtleben in den Kneipen und den Discotheken. Das Paar ging immer woanders hin oder sie machten an der Strandpromenade Spaziergänge.
Der Ausflug nach La Gomera war überaus reizvoll. Schon die Überfahrt war gigantisch. Sie konnten sogar ein paar Delphine im Meer beobachten. Die kleine Schwesterninsel von Teneriffa war für Beide ein Kleinod. Noch abwechslungsreicher von der Vegetation her. Auch dieser Tag verging wie im Fluge.
Am letzten Tag vor ihrer Abreise kaufte Anita noch ein paar Souvenirs. In der Nähe war gerade Markt. Dort fand sie einiges das ihr gefiel. Die vielen Menschen waren Markus hingegen zuwider. Es war ein furchtbares Gedränge. Seine Freundin schien dies allerdings nicht zu stören.
"Das ist mir alles zuviel", sagte Markus.
"Es gibt noch so viel zu sehen."
Markus bat seine Freundin darum zu gehen. Doch sie wollte nicht. Er schlug deshalb vor, dass er ins Hotel zurück ging. Sie konnte derweil noch über den Markt bummeln und später nachkommen. Anita war damit einverstanden und so gingen sie getrennte Wege.
Den letzten Abend verbrachten sie am Strand. Anita war etwas schwer ums Herz. Sie wusste eine sehr schöne Zeit ging zu Ende. Sie saß im Sand lehnte sich an Markus und blickte in den Sonnenuntergang.
'Wird es auch noch so harmonisch sein wenn wir wieder Zuhause sind.'
Markus schien ihre Gedanken lesen zu können denn er flüsterte:
„So soll es ab jetzt immer sein.“
Er streichelte Anita durchs Haar. Seine Lippen näherten sich ihren. Er küsste sie leidenschaftlich und innig. Es war schon lange dunkel als sie ins Hotel zurückkehrten.
Am anderen Morgen hatten die Beiden viel zu tun. Sie mussten ihre Koffer packen und aufpassen, dass sie nichts vergaßen. Das war gar nicht so einfach. Mehr als sie gewollt hatte, hatte Anita gekauft. Doch sie konnte gerade noch alles in ihren Taschen verstauen. Etwas wehmütig wurde ihr es ums Herz als sie den Zimmerschlüssel an der Rezeption abgaben und nach draußen gingen. Der Bus würde gleich schon kommen um sie abzuholen und zum Flughafen zu bringen. Das alte Ehepaar sahen sie nicht mehr. Sie hatten wohl einen längeren Aufenthalt gebucht.
Um kurz nach 10.00 Uhr hob das Flugzeug ab. Als sie schon längst in der Luft waren warf Anita einen letzten sehnsüchtigen Blick auf die Insel. Es ging nach Hause. Die Frau wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht welch schreckliche Zeiten auf sie zukommen sollten.

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Dienstag, 19. Februar 2013
14. Kapitel

Das Auto hatten sie für eine Woche gemietet und so unternahm das Paar jeden Tag einen Ausflug. Abends studierten sie die Reiseführer und machten Pläne für den jeweils nächsten Tag. Am zweiten Tag besichteten sie das Anagagebirge im Norden der Insel. Die Fahrt dorthin war toll und Anita genoss es von ihrem Freund chauffiert zu werden. So konnte sie in aller Ruhe die vorbei ziehende Landschaft genießen. Immer wieder wies sie Markus auf Sehenswürdigkeiten hin die sie entdeckte. Nicht immer konnte er reagieren, da er auf den Verkehr achten musste. Sie plapperte unentwegt. Markus kam kaum zu Wort.
Bevor sie ins Gebirge fuhren hielten sie noch am Strand von San Andrès um kurz im Meer baden zu gehen. Nach dieser Erfrischung gingen die Beiden noch eine Kleinigkeit essen. Obwohl sie bereits in der Frühe aufgebrochen waren, war es bereits kurz vor zwölf Uhr und ihr Hunger wollte gestillt werden.
Dann ging es weiter. Die Straße führte nun steil bergauf. Einige Autos kamen ihnen entgegen. Manchmal wurde es etwas eng. Doch Markus war ein geübter Fahrer.
„Die Kiefernwälder sind toll. Ich hätte nicht gedacht, dass es auf Teneriffa so etwas gibt“, staunte Anita.
In Serpentinen schlängelte sich die Straße immer höher. Markus folgte ihr. Auf einer Berghöhe fand er einen Parkplatz von wo aus man einen tollen Ausblick hatte. Er stellte den Corsa ab. Sie stiegen aus. Nur ein leichter Lufthauch ging. Auf dem Asphalt flimmerte die Luft.
„Die Aussicht ist fantastisch“, meinte Anita die sofort auf den gegenüber liegenden Abhang zupirschte um hinunter zu blicken.
„Allerdings“, erwiderte Markus der ihr folgte, „in der Ferne kann man sogar Gran Canaria erkennen“.
Er zeigte mit dem Finger in die Richtung. Anita entdeckte das auch.
„Das wird unser nächstes Urlaubsziel“, rief sie aus.
Sie zückte den Fotoapparat und knipste drauf los. Von Markus schoss sie ein paar Bilder. Er von ihr. Es war nur schade, dass niemand sonst da war der die beiden zusammen fotografieren konnte. Das Paar genoss noch einen Augenblick das Panorama. Dann setzten sie die Fahrt fort. Schließlich wollten sie heute noch La Laguna, die frühere, und Santa Cruz, die heutige Hauptstadt von Teneriffa besichtigen.
Erst spät am Abend kehrten sie in ihr Hotel zurück. Beide waren inzwischen ausgehungert. Zum Glück war der Speisesaal noch geöffnet. Die Auswahl an Speisen war allerdings nicht mehr sehr groß. Doch das war ihnen egal.
Am nächsten Tag fuhren Sie nach Puerto de la Cruz, dem Touristenzentrum im Norden der Insel. Dort besichtigten sie den botanischen Garten und im Anschluss eine Bananenplantage. Auf dem Rückweg hielten sich noch in Icod und bewunderten den ältesten Drachenbaum der Insel, der gleichzeitig das Wahrzeichen Teneriffas ist.
Anita war nur noch mit fotografieren beschäftigt. Alles war so überwältigend. Vom meist fotografiertesten Baum der Welt, knipste auch sie einige Fotos. Dann verließen sie Icod und fuhren zu ihrem Hotel in Las Americas zurück.
Den Loro Parque in Puerto de la Cruz besichtigten sie am nächsten Tag, sonst wäre es von der Zeit her zu knapp geworden. Dort gab es Hunderte von verschiedenen Papageien zu sehen. Es gab seltene Exemplare die vom Aussterben bedroht sind zu sehen. Durch eine Broschüre die Anita am Eingang mitgenommen hatte erfuhren sie, dass der Park von einem Deutschen gegründet wurde.
Von der Delphin-Show war Anita begeistert. Anfangs hatte sie doch sehr starke Bedenken. Sie hielt nicht viel davon, dass Delphine, Seehunde oder Seelöwen in Gefangenschaft gehalten werden. Doch als sie die verschiedenen Becken gesehen hatte war sie erleichtert. Es waren bis dahin die Größten, die sie je gesehen hatte. Außerdem gab es im Park auch schon unter den gefangenen Delphinen Nachwuchs. Ein Zeichen dafür, dass sie sich doch einigermaßen wohl fühlten.
Markus faszinierte mehr der längste Haifischtunnel der Welt. Man konnte durch einen achtzehn Meter langen Tunnel gehen. Um einen herum schwammen Haie und Rochen. Es war fantastisch. Anita fand das eher beklemmend. Trotzdem ging sie mit ihrem Freund nochmals durch die Röhre bevor sie den Park verließen.
Gerade als Markus den Parkplatz mit dem Wagen verließ, fiel Anita auf, dass auf der anderen Seite, schräg dem Loro Parque gegenüber ein Tierheim war. Das fand sie ziemlich grotesk. Auf der einen Seite wurden die Tiere bewundert. Auf der anderen Seite, vegetierten vergessene und verstoßene Tiere, in wahrscheinlich viel zu engen Behausungen, vor sich hin.
Die Fahrt verlief ruhig und die schöne Landschaft flog an ihnen vorüber. Bald schon hatte die Frau das Tierheim vergessen. Markus konzentrierte sich auf die Straße. Sie sprachen unentwegt über den Park und wie toll sie ihn fanden.
Anita kaufte am Abend noch mehr Filme für ihre Kamera. Es gab einfach zu viel zu sehen. Mehr als fünf Filme hatte sie schon voll geknipst. Zudem schrieb sie an Elke die versprochene Karte. Auch an ihre Arbeitskollegen sendete sie Urlaubsgrüße in Form einer Postkarte. Markus hingegen hatte keine Lust Postkarten zu schreiben. Vielmehr hatte er Lust auf Sex mit seiner Freundin. Kaum hatte sie den Kugelschreiber und die Postkarten zur Seite gelegt fiel er über sie her. Er übersäte Anita mit Küssen. Auch sie war heiß. Er nahm sie direkt auf der Couch. Später gingen sie erschöpft ins Bett.
Den Pico del Teide mit Nationalpark; Masca, ein kleines Bauerndorf, ganz abgeschieden; Los Gigantes mit seinen Steilküsten; den Kakteenpark im Süden; noch mehr Bananenplantagen; das fruchtbare Orotavatal - das alles besuchten sie in den nächsten Tagen. Die Zeit raste nur so dahin. Jeder Urlaubstag war erlebnisreich und voller neuer Eindrücke.

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Sonntag, 17. Februar 2013
13. Kapitel

"So, ich habe den Mietwagen abgeholt", sagte Markus, der gerade zur Tür hereinkam.
"Das ist toll."
In der Zeit in der Markus den Mietwagen abholte hatte Anita in Ruhe geduscht. Sie war so froh darüber, dass sie vor ihrem Urlaub noch beim Friseur gewesen war. Ihre Haare hatte sie innerhalb kürzester Zeit gestylt und so konnte sie das Augenmerk auf ihre Garderobe werfen.
Heute hatte sie einen weißen Mini-Rock angezogen. Der gefiel auch Markus. Er sagte es ihr auch. In den letzten Tagen waren sie sich wieder sehr nahe gekommen. Darüber war Anita überaus glücklich. Hatte sie doch schon befürchtet ihre Beziehung könnte endgültig in die Brüche gehen. Das war nun vergessen.
"Lass uns doch gleich eine kleine Ausfahrt machen. Ich will sowieso erst einmal tanken. Es ist nicht mehr viel Sprit drin."
Markus nahm Anita in den Arm und gab ihr einen Kuss. Die letzten Tage tauschten sie jede Menge Zärtlichkeiten aus.
„Wenn wir schon eine Spritztour machen können wir uns gleich auch ein Ziel überlegen, wo wir hinfahren wollen. Ich würde vorschlagen, dass wir zum Barrancos del Infierno wandern. Ich habe in einem Reiseführer gestern darüber gelesen. Das soll eine Schlucht sein die an einem tollen Wasserfall endet. Das ist auch nicht so weit zu fahren.“
„Das hört sich interessant an“, meinte Markus, „lass uns auf der Karte schauen wie wir fahren müssen.“
Seine Freundin breitete die Karte auf dem Tisch aus. Gemeinsam sahen sie nach wie sie zu fahren hatten.
„Das dürfte nicht schwer zu finden sein“, prahlte Markus.
Er hatte einen außerordentlichen Orientierungssinn für den Anita ihn bewunderte.
"Na dann los", sagte Anita und schnappte sich ihre Handtasche.
Sie gingen auf den Parkplatz rechts vom Hotel. Dort hatte Markus den Opel Corsa abgestellt. Wenig später hatten sie an der Landstraße eine Tankstelle in der Nähe von Adeje entdeckt.
Der Tank war gefüllt und es ging weiter. Tatsächlich fand Markus den Weg zu ihrem Ziel ohne Probleme. Er stellte das Auto auf einem ausgewiesenen Parkplatz ab. Von da aus wollten sie den Barrancos del Infierno entlang wandern. Vorher tranken sie aber noch in einer Bodega zwei eisgekühlte Colas.
Der Ausflug wurde anstrengender als gedacht. Damit hatte Anita nicht gerechnet. Sie mussten über eine Stunde gehen. Zudem war es in der Schlucht fast windstill und die Sonne brannte vom Himmel. Schatten gab es nur wenig. Zu dem Wasserfall führte nur ein schmaler Pfad, der zuerst an der Felswand entlang verlief. Später am Grund der Schlucht. Beide hatten sich glücklicherweise Turnschuhe angezogen, denn der Weg war an manchen Stellen nur schlecht passierbar. Wenige Wanderer kamen ihnen entgegen.
Als sie endlich den Wasserfall erreicht hatten, waren sie enttäuscht. Der im Reiseführer so angepriesene Wasserfall entpuppte sich als kleines Rinnsal. Im Frühjahr stürzte hier mehr Wasser in die Tiefe. Das erfuhren sie von einem jungen Paar mit dem sie sich unterhielten als sie das Ziel erreicht hatten. Doch dann war der Weg hierher versperrt, da die Schlucht an einigen Stellen nur wenige Meter breit ist und dann durch das Wasser nicht mehr passiert werden kann.
Nach einer halbstündigen Rast machten sich Anita und Markus auf den Rückweg. Sie wollten nach ihrer Rückkehr noch im Hotelpool baden gehen. Beide fühlten sich bereits total verschwitzt.
„Also der Ausflug hat sich leider überhaupt nicht gelohnt“, resümierte Markus während der Rückfahrt.
„Dem kann ich nur beipflichten. Im Reiseführer hätten sie das auch erwähnen können“, erwiderte Anita und blickte aus dem Fenster. Immer wieder kamen sie an Bananenplantagen vorbei. Bei einem ihrer nächsten Ausflüge wollten sie solch eine Plantage einmal näher erkunden. Jedoch reichte es Beiden für heute.
Vor dem Abendessen wollten sie nur noch relaxen.

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Freitag, 15. Februar 2013
12. Kapitel

Anita und ihr Freund waren bereits seit einiger Zeit wieder in ihr Zimmer zurück gekehrt. Einen Sonnenbrand wollten beide nicht schon zu Beginn des Urlaubs riskieren. Die Zwei hatten nach ihrem Strandausflug noch bei einer Bank Geld umgetauscht und in einem kleinen Supermarkt noch ein paar Flaschen Wasser und ein paar Snacks gekauft.
Inzwischen hatten sie die restlichen Sachen ausgepackt und ihr Zimmer hergerichtet. Nun war der Nachmittag bereits vorüber. Hunger machte sich bemerkbar. Markus knurrte schon der Magen. Für das Abendessen zogen sich dann Beide um. Anita tauschte die Shorts gegen einen weißen knöchellangen Rock aus luftiger Baumwolle und das T-Shirt wechselte sie gegen eine Bluse. Markus begnügte sich damit leichte Stoffhosen anzuziehen.
Das Paar ging trotz Hunger extra etwas später in den Speisesaal in der Hoffung, dass er nicht mehr so voll wäre. Sie hatten Glück. Der große Ansturm war vorüber. Sie fragten einen Kellner nach einem Tisch. Er verwies freundlich darauf, dass sie überall sitzen könnten. Sie suchten sich einen Platz etwas abseits aus.
Ein anderer Kellner kam an ihren Tisch und nahm die Bestellung für die Getränke auf.
Das Büfett war reichhaltig. Sie aßen langsam und führten dabei eine banale Unterhaltung. Später als die Beiden kam das alte Ehepaar, das mit ihnen angereist war, in den Speisesaal. Das sogar Arm in Arm. Anita entdeckte sie zuerst und wies Markus darauf hin. Er blickte sich um. Die Alte blickte zu ihnen herüber und nickte mit dem Kopf. Freundlich lächelten sie zurück.
„Hoffentlich setzen sie sich nicht in unsere Nähe. Ich habe keine Lust auf näheren Kontakt“, meinte Markus zu seiner Freundin.
„Da lege ich auch keinen wert drauf. Schließlich wollen wir unseren ersten gemeinsamen Urlaub richtig genießen.“
Sie hatten Glück. Das alte Paar setzte sich auf der anderen Seite des Speisesaals an einen Tisch zu ein paar Personen die sie zu kennen schienen.
Anita und Markus kümmerte das weiter nicht. Sie beendeten das Abendessen. Markus bezahlte noch die Getränke beim Kellner, da diese im Pauschalangebot nicht mit inbegriffen waren. Dann verließen sie den Speisesaal.
Beide hatten sie zuviel gegessen und so schlug Anita vor noch einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen. Damit war Markus einverstanden.
Es war dunkel geworden. Die Strandpromenade auf der sie entlang schlenderten war jedoch gut beleuchtet. Auch hatte es sich abgekühlt und das empfanden beide als sehr angenehm. Ein leichter Windhauch wehte vom Meer her. Anita hakte sich bei ihrem Freund ein. Plötzlich blieb Markus stehen, packte seine Freundin an den Hüften und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. Davon war die Frau überrascht. Es gefiel ihr aber außerordentlich. Sie gingen noch ein Stück weiter um dann zum Hotel zurück zu kehren.
Nach dem kleinen Verdauungsspaziergang gingen sie noch in die Hotelbar. Es wurde ein Unterhaltungsprogramm mit einer Cabaretshow geboten. Zum Abschluss des Tages bestellten sie sich Cocktails.
Der Tag war lang gewesen und so gingen sie doch recht früh zu Bett. Außerdem war es hier eine Stunde früher als bei ihnen Zuhause. Trotz der ungewohnten Umgebung dauerte es nicht lange bis sie einschliefen.

Am nächsten Vormittag wurde vom Veranstalter ein Begrüßungstreff veranstaltet. Dieser fand in einem etwas abgesonderten Teil der Lobby statt. Außer Anita, Markus und dem alten Paar fanden sich noch einige andere Leute ein die bereits einen Tag früher angereist waren.
Zur Erfrischung gab es für jeden einen alkoholfreien Fruchtcocktail. Der Mann von Neckermann Reisen erzählte alles Mögliche über die Insel und unterbreitete die ganzen Angebote die gebucht werden konnten. Nach Beendigung des Vortrages nahm der Mann die Anfragen entgegen. Zu seiner Unterstützung kam noch eine junge Kollegin hinzu. Bei ihr buchte Markus einen Mietwagen sowie einen Ausflug auf die Nachbarinsel La Gomera.
Als sie die Formalitäten alle erledigt hatten verabschiedeten sie sich von der Reisebetreuung und kehrten zu ihrem Zimmer zurück. Es wurde bereits wieder warm und so zogen sie sich leichte Kleidung an. Den Rest des Vormittags wollten sie nutzen um die nähere Umgebung noch etwas zu erkunden.

Nachmittags gingen sie dann zum Strand. Es waren viele Menschen da. Trotzdem fanden sie einen freien Platz. Anita breitete die Standtücher für sich und Markus aus. Dann zog sie ihre Shorts und das T-Shirt aus. Darunter hatte sie sich bereits einen gelben Badeanzug angezogen. Markus entledigte sich ebenfalls seiner Kleidung. Auch er hatte sich bereits die Badehose angezogen. Gegenseitig cremten sie sich ein. Eine Weile lagen sie schweigend da. Anita hatte sich ein Taschenbuch mitgenommen in dem sie las. Ihr Freund döste etwas vor sich hin. Er kam aber gewaltig ins Schwitzen und wollte sich abkühlen.
"Los, lass uns ins Wasser gehen", forderte Markus Anita auf.
"Ich weiß nicht so recht. Das Wasser ist bestimmt kalt. Außerdem sind gerade so hohe Wellen."
"Nun sei keine Spielverderberin und komm’!“
Markus zog seine Freundin am Arm hoch.
"Ich komme ja schon."
Sie legte das Taschenbuch, das sie noch in der rechten Hand hielt, hin. Ihre Sonnenbrille verstaute sie in der Badetasche die sie zum Strand mitgenommen hatte. Dann folgte sie ihrem Freund der bereits ins Meer gesprungen war.
Es kostete Anita etwas Überwindung ins Wasser zu gehen. Doch als sie erst einmal drin war, war es sehr erfrischend. Sie schwammen ein Stück ins Meer hinaus und wieder zurück. Während Anita sich danach wieder an den Strand legte blieb Markus noch etwas im Wasser. Dann legte er sich wieder zu ihr.
Die Stunden verstrichen schnell und so gingen sie zurück auf ihr Zimmer. Sie duschten zusammen und seiften sich gegenseitig mit Duschgel ein. Das machte beide heiß.
Sie begannen sich zu streicheln und zu küssen. Markus wurde immer wilder und leidenschaftlicher. Anita schaffte es gerade noch das Wasser abzustellen. Ihr Freund war schon sehr erregt. Er schnappte sich seine Freundin und trug sie vom Bad aufs Bett. Dort hatten sie den schönsten Sex seit langer Zeit. Anita war glücklich. Sie juchzte vor Freude als Markus in sie eindrang und währenddessen an ihren Brustwarzen knabberte.

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