Freitag, 22. Februar 2013
15. Kapitel

Viel zu schnell war die erste Woche vorüber und sie mussten den Mietwagen wieder abgeben. In zwei Tagen stand aber noch der Ausflug nach La Gomera auf dem Plan. Außerdem war jetzt jeden Tag Strand und Meer angesagt. Anita wollte unbedingt noch etwas Bräune bekommen. Markus hingegen hatte eben zu kämpfen, dass er keinen Sonnenbrand bekam. Sie vermieden es während der Mittagsstunden in der prallen Sonne zu liegen. Zu dieser Zeit nutzten sie den Hotelpool. Auf Liegen im Schatten von Palmen hatten sie es sich gemütlich gemacht.
„Der Urlaub fliegt ja nur so dahin“, resümierte Anita, „unsere Ausflüge haben mir unheimlich viel Spaß gemacht.“
„Wir haben den Ausflug nach La Gomera ja noch vor uns. Ich bin gespannt wie der wird.“
„Am meisten freue ich mich auf die Fahrt mit dem Fährschiff. Allerdings hoffe ich, dass es keine hohen Wellen gibt. Nicht dass ich noch seekrank werde. Zurzeit ist mir morgens sowieso immer etwas übel.“
„Liegt bestimmt am ungewohnten Essen“, beruhigte Markus seine Freundin und streichelte ihre Hand.
„Du hast bestimmt recht. Ich geh’ eine Runde schwimmen.“
Anita sprang von ihrer Liege hoch. Auf diese Weise wollte sie die trüben Gedanken, die gerade in ihr aufzukeimen versuchten, direkt verdrängen.
Mit einem Satz sprang sie in den Pool. Das Wasser war erfrischend. Sie tauchte unter. Für einen kurzen Augenblick war sie ganz alleine.
Nach dem Auftauchen wandte sie sich in Richtung der Liegestühle. Markus machte keine Anstalten ihrem Beispiel zu folgen. Er winkte ihr nur zu. So schwamm sie gemütlich den Pool entlang. Es waren nur wenige Hotelgäste mit am Pool und im Wasser. Nach einer viertel Stunde stieg sie aus dem Wasser und ging zu Markus. Er war eingenickt. Sie legte sich auch wieder hin und döste kurze Zeit später ein.
Abends pulsierte das Nachtleben in den Kneipen und den Discotheken. Das Paar ging immer woanders hin oder sie machten an der Strandpromenade Spaziergänge.
Der Ausflug nach La Gomera war überaus reizvoll. Schon die Überfahrt war gigantisch. Sie konnten sogar ein paar Delphine im Meer beobachten. Die kleine Schwesterninsel von Teneriffa war für Beide ein Kleinod. Noch abwechslungsreicher von der Vegetation her. Auch dieser Tag verging wie im Fluge.
Am letzten Tag vor ihrer Abreise kaufte Anita noch ein paar Souvenirs. In der Nähe war gerade Markt. Dort fand sie einiges das ihr gefiel. Die vielen Menschen waren Markus hingegen zuwider. Es war ein furchtbares Gedränge. Seine Freundin schien dies allerdings nicht zu stören.
"Das ist mir alles zuviel", sagte Markus.
"Es gibt noch so viel zu sehen."
Markus bat seine Freundin darum zu gehen. Doch sie wollte nicht. Er schlug deshalb vor, dass er ins Hotel zurück ging. Sie konnte derweil noch über den Markt bummeln und später nachkommen. Anita war damit einverstanden und so gingen sie getrennte Wege.
Den letzten Abend verbrachten sie am Strand. Anita war etwas schwer ums Herz. Sie wusste eine sehr schöne Zeit ging zu Ende. Sie saß im Sand lehnte sich an Markus und blickte in den Sonnenuntergang.
'Wird es auch noch so harmonisch sein wenn wir wieder Zuhause sind.'
Markus schien ihre Gedanken lesen zu können denn er flüsterte:
„So soll es ab jetzt immer sein.“
Er streichelte Anita durchs Haar. Seine Lippen näherten sich ihren. Er küsste sie leidenschaftlich und innig. Es war schon lange dunkel als sie ins Hotel zurückkehrten.
Am anderen Morgen hatten die Beiden viel zu tun. Sie mussten ihre Koffer packen und aufpassen, dass sie nichts vergaßen. Das war gar nicht so einfach. Mehr als sie gewollt hatte, hatte Anita gekauft. Doch sie konnte gerade noch alles in ihren Taschen verstauen. Etwas wehmütig wurde ihr es ums Herz als sie den Zimmerschlüssel an der Rezeption abgaben und nach draußen gingen. Der Bus würde gleich schon kommen um sie abzuholen und zum Flughafen zu bringen. Das alte Ehepaar sahen sie nicht mehr. Sie hatten wohl einen längeren Aufenthalt gebucht.
Um kurz nach 10.00 Uhr hob das Flugzeug ab. Als sie schon längst in der Luft waren warf Anita einen letzten sehnsüchtigen Blick auf die Insel. Es ging nach Hause. Die Frau wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht welch schreckliche Zeiten auf sie zukommen sollten.

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