Sonntag, 17. Februar 2013
13. Kapitel

"So, ich habe den Mietwagen abgeholt", sagte Markus, der gerade zur Tür hereinkam.
"Das ist toll."
In der Zeit in der Markus den Mietwagen abholte hatte Anita in Ruhe geduscht. Sie war so froh darüber, dass sie vor ihrem Urlaub noch beim Friseur gewesen war. Ihre Haare hatte sie innerhalb kürzester Zeit gestylt und so konnte sie das Augenmerk auf ihre Garderobe werfen.
Heute hatte sie einen weißen Mini-Rock angezogen. Der gefiel auch Markus. Er sagte es ihr auch. In den letzten Tagen waren sie sich wieder sehr nahe gekommen. Darüber war Anita überaus glücklich. Hatte sie doch schon befürchtet ihre Beziehung könnte endgültig in die Brüche gehen. Das war nun vergessen.
"Lass uns doch gleich eine kleine Ausfahrt machen. Ich will sowieso erst einmal tanken. Es ist nicht mehr viel Sprit drin."
Markus nahm Anita in den Arm und gab ihr einen Kuss. Die letzten Tage tauschten sie jede Menge Zärtlichkeiten aus.
„Wenn wir schon eine Spritztour machen können wir uns gleich auch ein Ziel überlegen, wo wir hinfahren wollen. Ich würde vorschlagen, dass wir zum Barrancos del Infierno wandern. Ich habe in einem Reiseführer gestern darüber gelesen. Das soll eine Schlucht sein die an einem tollen Wasserfall endet. Das ist auch nicht so weit zu fahren.“
„Das hört sich interessant an“, meinte Markus, „lass uns auf der Karte schauen wie wir fahren müssen.“
Seine Freundin breitete die Karte auf dem Tisch aus. Gemeinsam sahen sie nach wie sie zu fahren hatten.
„Das dürfte nicht schwer zu finden sein“, prahlte Markus.
Er hatte einen außerordentlichen Orientierungssinn für den Anita ihn bewunderte.
"Na dann los", sagte Anita und schnappte sich ihre Handtasche.
Sie gingen auf den Parkplatz rechts vom Hotel. Dort hatte Markus den Opel Corsa abgestellt. Wenig später hatten sie an der Landstraße eine Tankstelle in der Nähe von Adeje entdeckt.
Der Tank war gefüllt und es ging weiter. Tatsächlich fand Markus den Weg zu ihrem Ziel ohne Probleme. Er stellte das Auto auf einem ausgewiesenen Parkplatz ab. Von da aus wollten sie den Barrancos del Infierno entlang wandern. Vorher tranken sie aber noch in einer Bodega zwei eisgekühlte Colas.
Der Ausflug wurde anstrengender als gedacht. Damit hatte Anita nicht gerechnet. Sie mussten über eine Stunde gehen. Zudem war es in der Schlucht fast windstill und die Sonne brannte vom Himmel. Schatten gab es nur wenig. Zu dem Wasserfall führte nur ein schmaler Pfad, der zuerst an der Felswand entlang verlief. Später am Grund der Schlucht. Beide hatten sich glücklicherweise Turnschuhe angezogen, denn der Weg war an manchen Stellen nur schlecht passierbar. Wenige Wanderer kamen ihnen entgegen.
Als sie endlich den Wasserfall erreicht hatten, waren sie enttäuscht. Der im Reiseführer so angepriesene Wasserfall entpuppte sich als kleines Rinnsal. Im Frühjahr stürzte hier mehr Wasser in die Tiefe. Das erfuhren sie von einem jungen Paar mit dem sie sich unterhielten als sie das Ziel erreicht hatten. Doch dann war der Weg hierher versperrt, da die Schlucht an einigen Stellen nur wenige Meter breit ist und dann durch das Wasser nicht mehr passiert werden kann.
Nach einer halbstündigen Rast machten sich Anita und Markus auf den Rückweg. Sie wollten nach ihrer Rückkehr noch im Hotelpool baden gehen. Beide fühlten sich bereits total verschwitzt.
„Also der Ausflug hat sich leider überhaupt nicht gelohnt“, resümierte Markus während der Rückfahrt.
„Dem kann ich nur beipflichten. Im Reiseführer hätten sie das auch erwähnen können“, erwiderte Anita und blickte aus dem Fenster. Immer wieder kamen sie an Bananenplantagen vorbei. Bei einem ihrer nächsten Ausflüge wollten sie solch eine Plantage einmal näher erkunden. Jedoch reichte es Beiden für heute.
Vor dem Abendessen wollten sie nur noch relaxen.

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