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Freitag, 1. Februar 2013
klauspfrommer, 21:50h
7. Kapitel
Eine Woche später saßen die beiden jungen Leute im Reisebüro und waren bereit eine Reise zu buchen.
Für Anita war es kein Problem Urlaub zu bekommen. Da sie in der letzten Zeit sehr viel gearbeitet und auch Überstunden geleistet hatte, fand ihr Chef es in Ordnung, dass sie nun Urlaub beantragte. Zudem war die Auftragsspitze, die abzuarbeiten war, erreicht und es kamen im Geschäft wieder etwas ruhigere Zeiten. Die Frau bedankte sich herzlich bei ihrem Vorgesetzten, dass es so kurzfristig möglich war.
Ganz so einfach, wie er gedacht hatte, war es für Markus nun doch nicht. Nach ein paar Gesprächen ging sein Urlaubsantrag aber dann doch in Ordnung.
Während sie nun im Reisebüro saßen und der Mann ihnen gegenüber gerade das Hotel für sie heraus suchte, schweifte der Blick von Anita durch den Raum. An der hinteren Wand waren die ganzen Kataloge ausgestellt. Auf den Regalen waren alle möglichen Urlaubserinnerungen verteilt. Flaschen mit Sand, Muscheln und einige Tonfiguren. Sie war etwas aufgeregt. Bisher hatte sie noch nie eine Flugreise unternommen. Das sollte das erste Mal werden. Von Ihrem Freund wusste sie, dass er bereits schon einmal geflogen war.
Er hatte ihr damals nach seinem Urlaub ausführlich den Flug geschildert. Was für ein tolles Gefühl es wäre sich in die Lüfte zu erheben und die Welt unter sich zu lassen. Dieses Gefühl wollte Anita nun auch erleben.
"Es war das Sol Sun Beach in Las Americas sagten sie", wollte der Braunhaarige wissen.
"Ja, genau das ist es", antwortete Anita mit einem Lächeln.
"Hier haben wir es schon. Es gibt mehrere Veranstalter, die das Hotel im Angebot haben. Wann wollten sie denn fliegen?"
"Am 28. Juni", antwortete Markus kurz und bündig.
„Da müssen wir mal sehen. Von welchem Flughafen aus soll es auf die Reise gehen?“
„Am liebsten wäre uns von Stuttgart aus“, meinte Anita, „die Anfahrt wäre nicht so weit und meine Eltern könnten uns dorthin bringen und auch wieder abholen.“
"Ich hoffe für sie, dass es noch geht“, erwiderte der Reiseexperte und begann weitere Daten in den Computer einzugeben. Nachdem der Mann alle Daten vollständig erfasst hatte, wartete er kurz bis Alles verarbeitet war.
"Sie haben Glück. Das geht noch. Es gibt sogar ein kostengünstiges Last-Minute-Angebot. Vorausgesetzt der Veranstalter ist ihnen egal."
„Mir ist nur das Hotel wichtig. Meine Kusine war schon dort und war von dem Hotel absolut begeistert.“
„Das kann ich bestätigen. Das Hotel und die Anlage kenne ich auch“, meinte der Kaufmann.
Der junge Mann zeigte ihnen das Angebot in einem Katalog. Die Bilder überzeugten das Pärchen und sie waren damit einverstanden. Zudem war die Reise sogar etwas günstiger als sie gerechnet hatten und so buchte der Mann die Reise für die Beiden. Sie würden bereits in zwei Wochen fliegen.
"Da sie so kurzfristig fliegen bekommen sie ihre Flugtickets am Flughafen. Normalerweise werden sie zugeschickt, jedoch ist die Zeit etwas zu knapp."
Der Mann erklärte den Beiden den weiteren Ablauf der Buchung und auch wie sie an die Flugscheine für die Reise kommen. Anita und Markus bedankten sich noch recht herzlich. Markus nahm die Buchungsunterlagen die ihm der Mann gab in Empfang. Dann standen sie auf, verabschiedeten sich und gingen zur Tür. Markus öffnete sie und ließ seiner Freundin den Vortritt. Beim Verlassen des Reisebüros wurde ihnen noch eine gute Reise gewünscht.
Eine Woche später saßen die beiden jungen Leute im Reisebüro und waren bereit eine Reise zu buchen.
Für Anita war es kein Problem Urlaub zu bekommen. Da sie in der letzten Zeit sehr viel gearbeitet und auch Überstunden geleistet hatte, fand ihr Chef es in Ordnung, dass sie nun Urlaub beantragte. Zudem war die Auftragsspitze, die abzuarbeiten war, erreicht und es kamen im Geschäft wieder etwas ruhigere Zeiten. Die Frau bedankte sich herzlich bei ihrem Vorgesetzten, dass es so kurzfristig möglich war.
Ganz so einfach, wie er gedacht hatte, war es für Markus nun doch nicht. Nach ein paar Gesprächen ging sein Urlaubsantrag aber dann doch in Ordnung.
Während sie nun im Reisebüro saßen und der Mann ihnen gegenüber gerade das Hotel für sie heraus suchte, schweifte der Blick von Anita durch den Raum. An der hinteren Wand waren die ganzen Kataloge ausgestellt. Auf den Regalen waren alle möglichen Urlaubserinnerungen verteilt. Flaschen mit Sand, Muscheln und einige Tonfiguren. Sie war etwas aufgeregt. Bisher hatte sie noch nie eine Flugreise unternommen. Das sollte das erste Mal werden. Von Ihrem Freund wusste sie, dass er bereits schon einmal geflogen war.
Er hatte ihr damals nach seinem Urlaub ausführlich den Flug geschildert. Was für ein tolles Gefühl es wäre sich in die Lüfte zu erheben und die Welt unter sich zu lassen. Dieses Gefühl wollte Anita nun auch erleben.
"Es war das Sol Sun Beach in Las Americas sagten sie", wollte der Braunhaarige wissen.
"Ja, genau das ist es", antwortete Anita mit einem Lächeln.
"Hier haben wir es schon. Es gibt mehrere Veranstalter, die das Hotel im Angebot haben. Wann wollten sie denn fliegen?"
"Am 28. Juni", antwortete Markus kurz und bündig.
„Da müssen wir mal sehen. Von welchem Flughafen aus soll es auf die Reise gehen?“
„Am liebsten wäre uns von Stuttgart aus“, meinte Anita, „die Anfahrt wäre nicht so weit und meine Eltern könnten uns dorthin bringen und auch wieder abholen.“
"Ich hoffe für sie, dass es noch geht“, erwiderte der Reiseexperte und begann weitere Daten in den Computer einzugeben. Nachdem der Mann alle Daten vollständig erfasst hatte, wartete er kurz bis Alles verarbeitet war.
"Sie haben Glück. Das geht noch. Es gibt sogar ein kostengünstiges Last-Minute-Angebot. Vorausgesetzt der Veranstalter ist ihnen egal."
„Mir ist nur das Hotel wichtig. Meine Kusine war schon dort und war von dem Hotel absolut begeistert.“
„Das kann ich bestätigen. Das Hotel und die Anlage kenne ich auch“, meinte der Kaufmann.
Der junge Mann zeigte ihnen das Angebot in einem Katalog. Die Bilder überzeugten das Pärchen und sie waren damit einverstanden. Zudem war die Reise sogar etwas günstiger als sie gerechnet hatten und so buchte der Mann die Reise für die Beiden. Sie würden bereits in zwei Wochen fliegen.
"Da sie so kurzfristig fliegen bekommen sie ihre Flugtickets am Flughafen. Normalerweise werden sie zugeschickt, jedoch ist die Zeit etwas zu knapp."
Der Mann erklärte den Beiden den weiteren Ablauf der Buchung und auch wie sie an die Flugscheine für die Reise kommen. Anita und Markus bedankten sich noch recht herzlich. Markus nahm die Buchungsunterlagen die ihm der Mann gab in Empfang. Dann standen sie auf, verabschiedeten sich und gingen zur Tür. Markus öffnete sie und ließ seiner Freundin den Vortritt. Beim Verlassen des Reisebüros wurde ihnen noch eine gute Reise gewünscht.
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Donnerstag, 31. Januar 2013
klauspfrommer, 21:27h
Eigentlich wollte ich heute ein weiteres Kapitel von "Verspielte Träume" veröffentlichen. Allerdings beschäftigt mich ein aktuelles Thema mehr.
Wie in den Nachrichten zu vernehmen war ist in Rotfelden, einem Teilort von Ebhausen, der Stall der ansässigen Kamelfarm abgebrannt. Dabei sind fast alle Tiere ums Leben gekommen. Das ist eine absolute Tragödie.
Besonders schlimm ist, daß die Tiere nicht die geringste Chance hatten der Flammenhölle zu entkommen. Die Besitzer wohnen nicht in unmittelbarer Nähe des Hofes und konnten nicht schnell genug zur Hilfe eilen.
Es gibt nun Spekulationen um die Brandursache. An solchen Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen.
Vor etwa zwei Jahren gab es im Karlsruher Zoo eine ähnliche Katastrophe. Seinerzeit war der Stall des Streichelzoo's abgebrannt. Dabei starben etliche Tiere.
Mir stellt sich nun die Frage welche Verantwortung jeder hat, der Tiere in seine Obhut nimmt? Was muss getan werden um sie ausreichend vor Gefahren zu schützen denen sie hilflos ausgeliefert sind. Was soll und muss in die Sicherheit von Anlagen und Ställen investiert werden?
Morgen wird es wieder ein Kapitel von "Verspielte Träume" geben.
Wie in den Nachrichten zu vernehmen war ist in Rotfelden, einem Teilort von Ebhausen, der Stall der ansässigen Kamelfarm abgebrannt. Dabei sind fast alle Tiere ums Leben gekommen. Das ist eine absolute Tragödie.
Besonders schlimm ist, daß die Tiere nicht die geringste Chance hatten der Flammenhölle zu entkommen. Die Besitzer wohnen nicht in unmittelbarer Nähe des Hofes und konnten nicht schnell genug zur Hilfe eilen.
Es gibt nun Spekulationen um die Brandursache. An solchen Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen.
Vor etwa zwei Jahren gab es im Karlsruher Zoo eine ähnliche Katastrophe. Seinerzeit war der Stall des Streichelzoo's abgebrannt. Dabei starben etliche Tiere.
Mir stellt sich nun die Frage welche Verantwortung jeder hat, der Tiere in seine Obhut nimmt? Was muss getan werden um sie ausreichend vor Gefahren zu schützen denen sie hilflos ausgeliefert sind. Was soll und muss in die Sicherheit von Anlagen und Ställen investiert werden?
Morgen wird es wieder ein Kapitel von "Verspielte Träume" geben.
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Dienstag, 29. Januar 2013
klauspfrommer, 23:00h
6. Kapitel
Die Woche begann bewölkt. Anita wollte eigentlich mit dem Bus zur Arbeit fahren, beschloss aber dann doch das Auto zu nehmen. Seit sie den Führerschein hatte fuhr sie nur noch selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Fahrt zur Arbeit dauerte nicht mehr so lange und sie musste auch nicht immer auf den Bus warten, war somit unabhängig von irgendwelchen Fahrplänen.
Markus hatte zusammen mit ihr den Führerschein gemacht. Beide bestanden die Prüfung damals auf Anhieb. Sie hatten auch ganz schön hart dafür gebüffelt. Mit der Theorie gab es für die Frau keine Probleme. Anita hatte auch extra ein paar Fahrstunden mehr genommen um bei der praktischen Prüfung ebenfalls ganz sicher zu sein. In den letzten beiden Fahrstunden vor der Prüfung allerdings gelang ihr das Anfahren am Berg überhaupt nicht mehr. Nicht nur sie - auch ihr Fahrlehrer war am verzweifeln. Schließlich gab er auf und bat Anita es nicht weiter zu versuchen.
Das war heute alles Vergessen. Anfahren am Berg musste sie bei der Praxisprüfung seinerzeit nicht und so bestand sie diese auch ohne Fehlerpunkte. Ihre Eltern waren stolz auf sie und umso größer war die Überraschung für Anita gewesen. Von ihrem Vater hatte die Frau ein Auto geschenkt bekommen. Das konnte sie fast nicht glauben.
Den ganzen Tag über blieb es bewölkt und recht kühl. Anita war froh als sie nach Feierabend schnell Zuhause war. Oft ging sie nach der Arbeit noch ein wenig in Calw bummeln, jedoch nicht heute.
Am Abend kam überraschend Markus bei ihr vorbei. Er brachte ihr einen Strauß Blumen mit. Sie war immer noch etwas sauer auf ihn. Der Blumenstrauß allerdings erweichte ihr Herz. Es waren ein Dutzend sonnenscheingelber Rosen. Sie mochte leuchtende Farben. Gerne nahm sie die Blumen entgegen.
Markus folgte Anita und machte es sich auf der Couch gemütlich. Seine Freundin während dessen ging in die Küche um die wunderschönen Rosen ins Wasser zu stellen. Schnell hatte sie eine passende Vase aus einem der Schränke geholt und die Blumen darin arrangiert. Damit kam sie ins Wohnzimmer zurück und stellte das Ganze auf ein Sideboard neben dem Zugang zur Küche.
"Es tut mir leid, dass ich gestern nicht gekommen bin, aber ich hatte es total vergessen“, begann Markus kam aber nicht weiter.
Anita fuhr erbost dazwischen. Die paar Worte von ihrem Freund reichten um sie wieder wütend werden zu lassen. Sie wirbelte herum.
"Total vergessen. Wie kannst du von einem Tag auf den anderen eine Verabredung vergessen? Ich verstehe dich nicht. Was ist in letzter Zeit mit dir los?"
Markus stand von der Couch auf und ging zum Fenster.
"Es ist immer noch bewölkt. Wollen wir trotzdem einen Spaziergang machen?"
"Du weichst mir aus. Aber bitte, wie du möchtest. Machen wir einen Spaziergang."
Markus starrte weiter aus dem Fenster. Seiner Freundin mochte er im Augenblick nicht in die Augen sehen.
Nachdem Anita ihre Jacke von der Garderobe genommen hatte zog sie sich noch ein paar Turnschuhe an.
„Kommst du“, rief sie Markus zu.
Dann verließen sie schweigend die Wohnung und gingen in Richtung Wald.
"Gehen wir zum Sportplatz und zurück", meinte Markus.
Dieser lag ein Stück im Wald. Eine schmale asphaltierte Straße führte dorthin. Anita hakte sich bei ihrem Freund ein. Wenn sie sich jetzt nur anschreien und streiten würden brächte das keine Lösung, das war Anita klar. Sie versuchte es auf der sanften Tour.
"Du, wir müssen unbedingt über unsere Beziehung reden", begann sie ein Gespräch.
"Wie du meinst", antwortete ihr Freund.
"Vieles läuft nicht mehr so wie es sollte. Schon seit der Sache damals."
"Fängst du wieder damit an. Es ist vorbei. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich meine es war scheiße, dass ich geklaut habe. Wahrscheinlich war es ganz gut, dass du mich verpfiffen hast. Nur so konnte ich davon geheilt werden."
Während er das sagte, begann er zu grinsen.
"Nun ziehe es nicht ins Lächerliche. Ich möchte die alte Geschichte auch gar nicht wieder aufwärmen. Es geht mir um etwas anderes. Irgendetwas hat sich zwischen uns verändert. Ich meine ich mag dich noch immer aber..."
Markus schien nicht sonderlich an dieser Unterhaltung interessiert zu sein. Das merkte auch Anita. Diesmal würde sie aber nicht locker lassen. Sie musste endlich Klarheit schaffen.
Markus unterbrach seine Freundin:
"Dann ist ja alles in Ordnung. Ich liebe dich und das ist doch das Wichtigste oder meinst du etwa nicht?"
"Natürlich und trotzdem gibt es etwas das mich stört. Es entzweit uns immer mehr. Wenn wir nicht dagegen angehen wird es unsere Freundschaft früher oder später zerstören."
"Ich weiß nicht, was das sein könnte. Okay - ich hatte in den letzten Wochen wenig Zeit für dich. Doch das werde ich ändern. Das verspreche ich hiermit."
"Darum möchte ich auch bitten. Du hast mich in letzter Zeit häufig genug versetzt."
"Das tut mir leid."
Das Paar ging ein paar Minuten schweigend weiter. Über ihnen, in den Zweigen der Bäume, zwitscherten einige Vögel. Es war romantisch. Wie liebte Anita es doch in der Natur spazieren zu gehen.
Dann unterbrach Markus das Schweigen:
"Was hältst du davon, wenn wir zusammen in Urlaub fliegen?"
Das war überraschend für die Frau. Anita hatte daran noch nicht gedacht. Die beiden jungen Leute hatten ja noch nicht viel Geld gespart.
Ein Flug wäre sicher teuer, dachte Anita.
"Das wäre toll. Urlaub täte uns mit Sicherheit gut. Es wäre eine gute Möglichkeit, dass wir wieder näher zueinander finden. Ich müsste aber erst im Geschäft fragen, ob ich Urlaub bekomme. Das dürfte aber kein Problem sein. Wie sieht das bei dir aus?"
"Du weißt, dass es bei mir chaotisch zugeht. Ich kann aber Urlaub nehmen, wenn ich möchte."
"Das ist wirklich toll", entgegnete Anita und drückte ihrem Freund einen Kuss auf die Wange.
Mit einem Gefühl des Glücks ging die junge Frau am Arm ihres Freundes weiter. Er nahm sie fester an seine Seite.
"Wenn ich morgen Alles abgeklärt habe, können wir gleich ins Reisebüro gehen und buchen."
"Das geht in Ordnung", erwiderte Markus, "du kannst dir schon einmal überlegen wohin wir fahren wollen."
"Oh, das weiß ich schon."
Markus blieb abrupt stehen und sah Anita verwundert an.
"Du weißt das schon. Das ist ja gerade so, als hättest du gewusst, dass ich vorschlage in Urlaub zu fahren."
"Nein das stimmt nicht. Ich wollte aber schon immer einmal nach Teneriffa fliegen. Meine Kusine war vor zwei Jahren dort. Es hat ihr super gut gefallen."
Markus war mit dem Vorschlag einverstanden. Er hatte schon viel über die Kanaren gehört und wollte auch hin. Bis jetzt war er nur einmal auf Mallorca gewesen.
"Ich rufe nachher gleich noch Petra an. Sie soll mir sagen in was für einem Hotel sie gewesen ist. Ich weiß nicht mehr wie es hieß - aber dass es ihr sehr gut gefallen."
"Das machst du", sagte Markus nur noch und schenkte ihr ein strahlendes Lächeln.
Endlich hatte Anita wieder etwas auf das sie sich freuen konnte. Auf einmal war die Eintönigkeit, die in ihr Leben getreten war, mit einem Wisch verschwunden.
Die Woche begann bewölkt. Anita wollte eigentlich mit dem Bus zur Arbeit fahren, beschloss aber dann doch das Auto zu nehmen. Seit sie den Führerschein hatte fuhr sie nur noch selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Fahrt zur Arbeit dauerte nicht mehr so lange und sie musste auch nicht immer auf den Bus warten, war somit unabhängig von irgendwelchen Fahrplänen.
Markus hatte zusammen mit ihr den Führerschein gemacht. Beide bestanden die Prüfung damals auf Anhieb. Sie hatten auch ganz schön hart dafür gebüffelt. Mit der Theorie gab es für die Frau keine Probleme. Anita hatte auch extra ein paar Fahrstunden mehr genommen um bei der praktischen Prüfung ebenfalls ganz sicher zu sein. In den letzten beiden Fahrstunden vor der Prüfung allerdings gelang ihr das Anfahren am Berg überhaupt nicht mehr. Nicht nur sie - auch ihr Fahrlehrer war am verzweifeln. Schließlich gab er auf und bat Anita es nicht weiter zu versuchen.
Das war heute alles Vergessen. Anfahren am Berg musste sie bei der Praxisprüfung seinerzeit nicht und so bestand sie diese auch ohne Fehlerpunkte. Ihre Eltern waren stolz auf sie und umso größer war die Überraschung für Anita gewesen. Von ihrem Vater hatte die Frau ein Auto geschenkt bekommen. Das konnte sie fast nicht glauben.
Den ganzen Tag über blieb es bewölkt und recht kühl. Anita war froh als sie nach Feierabend schnell Zuhause war. Oft ging sie nach der Arbeit noch ein wenig in Calw bummeln, jedoch nicht heute.
Am Abend kam überraschend Markus bei ihr vorbei. Er brachte ihr einen Strauß Blumen mit. Sie war immer noch etwas sauer auf ihn. Der Blumenstrauß allerdings erweichte ihr Herz. Es waren ein Dutzend sonnenscheingelber Rosen. Sie mochte leuchtende Farben. Gerne nahm sie die Blumen entgegen.
Markus folgte Anita und machte es sich auf der Couch gemütlich. Seine Freundin während dessen ging in die Küche um die wunderschönen Rosen ins Wasser zu stellen. Schnell hatte sie eine passende Vase aus einem der Schränke geholt und die Blumen darin arrangiert. Damit kam sie ins Wohnzimmer zurück und stellte das Ganze auf ein Sideboard neben dem Zugang zur Küche.
"Es tut mir leid, dass ich gestern nicht gekommen bin, aber ich hatte es total vergessen“, begann Markus kam aber nicht weiter.
Anita fuhr erbost dazwischen. Die paar Worte von ihrem Freund reichten um sie wieder wütend werden zu lassen. Sie wirbelte herum.
"Total vergessen. Wie kannst du von einem Tag auf den anderen eine Verabredung vergessen? Ich verstehe dich nicht. Was ist in letzter Zeit mit dir los?"
Markus stand von der Couch auf und ging zum Fenster.
"Es ist immer noch bewölkt. Wollen wir trotzdem einen Spaziergang machen?"
"Du weichst mir aus. Aber bitte, wie du möchtest. Machen wir einen Spaziergang."
Markus starrte weiter aus dem Fenster. Seiner Freundin mochte er im Augenblick nicht in die Augen sehen.
Nachdem Anita ihre Jacke von der Garderobe genommen hatte zog sie sich noch ein paar Turnschuhe an.
„Kommst du“, rief sie Markus zu.
Dann verließen sie schweigend die Wohnung und gingen in Richtung Wald.
"Gehen wir zum Sportplatz und zurück", meinte Markus.
Dieser lag ein Stück im Wald. Eine schmale asphaltierte Straße führte dorthin. Anita hakte sich bei ihrem Freund ein. Wenn sie sich jetzt nur anschreien und streiten würden brächte das keine Lösung, das war Anita klar. Sie versuchte es auf der sanften Tour.
"Du, wir müssen unbedingt über unsere Beziehung reden", begann sie ein Gespräch.
"Wie du meinst", antwortete ihr Freund.
"Vieles läuft nicht mehr so wie es sollte. Schon seit der Sache damals."
"Fängst du wieder damit an. Es ist vorbei. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich meine es war scheiße, dass ich geklaut habe. Wahrscheinlich war es ganz gut, dass du mich verpfiffen hast. Nur so konnte ich davon geheilt werden."
Während er das sagte, begann er zu grinsen.
"Nun ziehe es nicht ins Lächerliche. Ich möchte die alte Geschichte auch gar nicht wieder aufwärmen. Es geht mir um etwas anderes. Irgendetwas hat sich zwischen uns verändert. Ich meine ich mag dich noch immer aber..."
Markus schien nicht sonderlich an dieser Unterhaltung interessiert zu sein. Das merkte auch Anita. Diesmal würde sie aber nicht locker lassen. Sie musste endlich Klarheit schaffen.
Markus unterbrach seine Freundin:
"Dann ist ja alles in Ordnung. Ich liebe dich und das ist doch das Wichtigste oder meinst du etwa nicht?"
"Natürlich und trotzdem gibt es etwas das mich stört. Es entzweit uns immer mehr. Wenn wir nicht dagegen angehen wird es unsere Freundschaft früher oder später zerstören."
"Ich weiß nicht, was das sein könnte. Okay - ich hatte in den letzten Wochen wenig Zeit für dich. Doch das werde ich ändern. Das verspreche ich hiermit."
"Darum möchte ich auch bitten. Du hast mich in letzter Zeit häufig genug versetzt."
"Das tut mir leid."
Das Paar ging ein paar Minuten schweigend weiter. Über ihnen, in den Zweigen der Bäume, zwitscherten einige Vögel. Es war romantisch. Wie liebte Anita es doch in der Natur spazieren zu gehen.
Dann unterbrach Markus das Schweigen:
"Was hältst du davon, wenn wir zusammen in Urlaub fliegen?"
Das war überraschend für die Frau. Anita hatte daran noch nicht gedacht. Die beiden jungen Leute hatten ja noch nicht viel Geld gespart.
Ein Flug wäre sicher teuer, dachte Anita.
"Das wäre toll. Urlaub täte uns mit Sicherheit gut. Es wäre eine gute Möglichkeit, dass wir wieder näher zueinander finden. Ich müsste aber erst im Geschäft fragen, ob ich Urlaub bekomme. Das dürfte aber kein Problem sein. Wie sieht das bei dir aus?"
"Du weißt, dass es bei mir chaotisch zugeht. Ich kann aber Urlaub nehmen, wenn ich möchte."
"Das ist wirklich toll", entgegnete Anita und drückte ihrem Freund einen Kuss auf die Wange.
Mit einem Gefühl des Glücks ging die junge Frau am Arm ihres Freundes weiter. Er nahm sie fester an seine Seite.
"Wenn ich morgen Alles abgeklärt habe, können wir gleich ins Reisebüro gehen und buchen."
"Das geht in Ordnung", erwiderte Markus, "du kannst dir schon einmal überlegen wohin wir fahren wollen."
"Oh, das weiß ich schon."
Markus blieb abrupt stehen und sah Anita verwundert an.
"Du weißt das schon. Das ist ja gerade so, als hättest du gewusst, dass ich vorschlage in Urlaub zu fahren."
"Nein das stimmt nicht. Ich wollte aber schon immer einmal nach Teneriffa fliegen. Meine Kusine war vor zwei Jahren dort. Es hat ihr super gut gefallen."
Markus war mit dem Vorschlag einverstanden. Er hatte schon viel über die Kanaren gehört und wollte auch hin. Bis jetzt war er nur einmal auf Mallorca gewesen.
"Ich rufe nachher gleich noch Petra an. Sie soll mir sagen in was für einem Hotel sie gewesen ist. Ich weiß nicht mehr wie es hieß - aber dass es ihr sehr gut gefallen."
"Das machst du", sagte Markus nur noch und schenkte ihr ein strahlendes Lächeln.
Endlich hatte Anita wieder etwas auf das sie sich freuen konnte. Auf einmal war die Eintönigkeit, die in ihr Leben getreten war, mit einem Wisch verschwunden.
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