Dienstag, 22. Januar 2013
2. Kapitel

Am nächsten Morgen telefonierte Anita mit Markus. Sie bat ihn zu sich. Kurz nach 10 Uhr erschien er bei ihr. Sie öffnete ihm die Tür.
"Guten Morgen", hauchte sie ihm unter der Türschwelle ins Ohr und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
"Guten Morgen, mein Schatz", erwiderte er und drückte sie kurz an sich. Er wollte ihr einen Kuss auf die Lippen drücken, doch Anita hatte sich schon wieder abgewandt.
"Ich hab Frühstück gemacht. Komm' doch rein."
"Wie komme ich zu dieser Ehre."
Markus trippelte seiner Freundin nach. Die Wohnungstür fiel hinter ihm in Schloss. Obwohl die beiden jungen Leute schon sehr lange zusammen waren kam es selten vor, dass sie gemeinsam frühstückten. Das lag aber nicht an Anita. Sie war eigentlich froh wenn sie jemanden hatte mit dem sie gemeinsam essen konnte. Oft aß sie noch bei ihren Eltern. Dazu musste sie nur in die Wohnung gegenüber.
"Du hast etwas Böses mit mir vor. Gib es zu."
"Warte es erst einmal ab."
Anita gab sich noch geheimnisvoll.
Markus folgte seiner Freundin weiter durch den Wohnraum in die kleine Küche. Er nahm dort am Bistrotisch Platz. Es standen jede Menge Lebensmittel darauf und es duftete nach Kaffee. In einen Korb standen frische Brötchen bereit. In aller Frühe war Anita beim örtlichen Bäcker gewesen um sie zu holen.
"Es gibt einen besonderen Grund wieso ich dich angerufen habe."
"Das habe ich gewusst", strotzte Markus.
Anita ging auf die Bemerkung nicht ein und redete weiter:
"Elke ist aus Freiburg zurück gekommen. Sie hat eine Arbeitsstelle in Pforzheim bekommen und wohnt jetzt in Höfen."
"In dem Kaff. Ich glaube in Freiburg hatte sie es schöner."
"Ach, du nun wieder. Also ich finde es toll, dass sie wieder in der Nähe wohnt."
"Ich weiß, ihr wart ja schon in der Schule die besten Freundinnen. Ich meinte auch nur, dass sie in Höfen kaum Möglichkeiten zum Einkaufen hat. Wenn sie schon in Pforzheim arbeitet hätte sie sich besser dort eine Wohnung genommen."
"Das stimmt schon – aber die Miete muss bezahlbar sein. Jedenfalls ist sie noch mit renovieren beschäftigt und ich habe ihr angeboten zu helfen. Würdest du denn auch helfen?"
Markus unterbrach sie ziemlich wirsch:
"Du kannst ihr ja helfen. Ich habe heute etwas Besseres vor."
Anita zuckte vor Schreck zusammen. Mit so einer Reaktion von Markus hatte sie nicht gerechnet.
"Du brauchst mich nicht so anzufahren. Keiner zwingt dich dazu. Es war ja nur eine Frage."
"Entschuldige ich wollte dich nicht anfahren. Es ist aber so, dass es im Geschäft ziemlich chaotisch zugeht und ich froh bin, wenn ich am Wochenende ausspannen kann."
Anita sah ihn etwas ungläubig an. Das ging nun schon seit ein paar Wochen so. Er hatte nie Lust weg zu gehen und immer schob er es auf seine Arbeitsstelle. Meistens saßen sie nur zusammen auf der Couch und sahen sich Videofilme an. Das gefiel ihr auf Dauer nicht und so gingen sie öfters auch getrennte Wege. Das war mit Grund dafür, dass sie noch keine gemeinsame Wohnung hatten.
Die Frau hatte sich inzwischen gesetzt und nahm sich eines der Brötchen aus dem Korb.
"Wie du meinst. Ich helfe ihr auf jeden Fall."
"Okay, das finde ich gut. Kann ich bitte noch eine Tasse Kaffee haben."
"Sicher."
Das Gespräch verstummte. Anita war von Markus etwas enttäuscht. Er kannte Elke ja auch schon seit ihrer gemeinsamen Schulzeit. Sie unterdrückte die Enttäuschung und fing wieder ein Gespräch an. Leider floss es nur zäh dahin.
Das Pärchen frühstückte zu Ende. Markus verabschiedete sich eine halbe Stunde später schon wieder und versprach am nächsten Tag vorbei zu kommen. Sie wollten einen Sonntagsausflug machen.
Nachdem ihr Freund weg war räumte die Frau den Frühstücktisch ab. Die Lebensmittel verstaute sie wieder im Kühlschrank und in dem Vorratsschrank neben dem Backofen. Das Geschirr spülte sie noch schnell, trocknete es ab und verstaute Alles an seinem Platz. Sie wollte es nicht am Abend, wenn sie zurück kam, noch rum stehen haben. Danach machte sie sich auf den Weg zu ihrer Freundin. Vorher schaute sie noch kurz bei ihrer Mutter vorbei.

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Nachdem das erste Kapitel von "Verspielte Träume" schon seit ein paar Tagen Online ist möchte ich nun so nach und nach in - hoffentlich - geringen Abständen die weiteren Kapitel nachreichen.
Viel Vergnügen beim Lesen.

Als zusätzliches Bonbon gibt es immer wieder Bilder von mir. Zum Vergrößern einfach den Namen unterhalb vom Foto anklicken.

klauspfrommer1 (jpg, 2,739 KB)

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Freitag, 18. Januar 2013
Verspielte Träume

1. Kapitel

Bereits seit ein paar Wochen war Anitas Freundin Elke wieder aus Freiburg zurück. Die Frau hatte in der Nähe Arbeit gefunden.
Dies sei der Grund, warum sie wieder zurück gekommen sei, gab sie an. Das stimmte aber nicht. Eine enttäuschte Liebe war der wahre Grund für ihre Rückkehr. Das verriet die Blonde aber nicht. Zumindest zu diesem Zeitpunkt wollte sie nicht darüber reden. Es war für sie immer noch zu schmerzlich. Es wäre gut gewesen darüber zu sprechen. Sie konnte es aber nicht.
Die Freundinnen hatten sich vermisst, obwohl sie sich regelmäßig geschrieben hatten.
Heute hatten sie sich endlich zum Abendessen bei Anita getroffen. Früher ging es nicht, da Elke sich eine Wohnung hatte suchen müssen. Vorübergehend war sie bei ihren Eltern untergekommen. Das war aber kein Dauerzustand. Mit 24 Jahren fühlte sie sich zu alt um nicht eine eigene Wohnung zu haben.
Das Apartment, das Anita im Haus ihrer Eltern bewohnte, gefiel ihr. Es bestand aus einem großen Wohnraum mit abgeteiltem Schlafzimmer, einer kleinen Küche und einem Bad. Elke wäre es aber auf Dauer zu dicht bei den Eltern, die sie sehr liebte, jedoch nicht Tür an Tür mit ihnen wohnen wollte. Zum Glück hatte sie in kurzer Zeit eine bezahlbare 2-Zimmer-Wohnung in Höfen gefunden.
Anita indes hatte im Moment sehr viel Arbeit zu erledigen. Schon seit ein paar Wochen musste sie regelmäßig Überstunden machen um alle Aufgaben zu erfüllen die ihr gestellt wurden.
Nun hatten sie sich viel zu erzählen und es würde eine lange Nacht werden. Das war jedoch egal, denn es war Freitagabend und das Wochenende lag vor ihnen.
"Jetzt erzähle doch mal wie es dir so geht. Bist du noch mit Markus zusammen", wollte Elke wissen.
Anita hatte ihr nicht erzählt, dass Markus beim Stehlen erwischt worden war. Vielmehr - dass sie ihn verraten hatte. Jetzt musste sie es ihrer Freundin gestehen - ihr Alles schildern. Es war nicht leicht, doch es ging nicht anders. Während sie nun berichtete, bekam Elke immer größere Augen. Sie sagte keinen Ton und hörte aufmerksam zu.
"Es ging nochmals gut aus. Er ist mit einer Geldstrafe davon gekommen", endete Anita ihre Erzählung.
"Du hast ihm verziehen?"
Elke war von der Geschichte verblüfft. Niemals hatte sie vermutet, dass ihre Freundin im vergangenen Jahr solch’ eine Beziehungskrise hatte. In den Briefen von Anita war nicht der geringste Anhaltspunkt zu finden.
"Ja, das habe ich. Es ist mir nicht leicht gefallen, aber ich mag ihn noch immer."
"Du magst ihn. Was ist mit Liebe? Liebst du ihn denn auch noch? Nach all dem, das kann ich fast nicht glauben."
"Es ist aber so. Weißt du, er hat mir leid getan. Sicher, ich habe ihn verraten weil ich sauer auf ihn war."
Elke konnte das nicht begreifen. Sie hatte ihren Freund gleich fallen lassen, nachdem sie ihn auf einer Party mit einer anderen Frau beim Küssen erwischt hatte. Peter hatte zwar beteuert, dass sei harmlos. Er hatte zuviel getrunken und war nicht mehr ganz Herr seiner Sinne. Sie war in dieser Hinsicht eigen. Sie verlangte von ihrem Partner absolute Treue und Ehrlichkeit. Diese zwei Dinge waren für die Blondine das Wichtigste. Hätte ihr Exfreund gestohlen dann wäre das auch ein Grund für eine Trennung gewesen.
"Na ja, es ist dein Leben", sagte sie zu Anita nach einer kurzen Pause, "ich kann dir nicht vorschreiben mit wem du eine Beziehung haben möchtest. Ich an deiner Stelle wäre aber vorsichtig. Wer kann dir garantieren, dass er nicht wieder stiehlt. Er selbst mit Sicherheit nicht."
Das gab Anita doch wieder etwas zu denken. Sie hatte sich lange Zeit sehr viele Gedanken darüber gemacht. Es irgendwann dann aber verdrängt. Als sie nun mit ihrer Freundin darüber sprach kamen alte Gefühle wieder in ihr hoch. Gefühle, die sie längst vergessen hatte. Die Enttäuschung - der Hass, der sie schließlich zum Verrat getrieben hatte. Die Frau wollte aber nicht mehr mit diesen Gefühlen konfrontiert werden.
"Ich weiß. Lass uns doch von etwas anderem reden", wich sie aus.
"Wie du willst."
Elke schenkte sich noch etwas zum Trinken ein. Nachdem Anita so offen war, sollte sie auch die Wahrheit für ihre Rückkehr erzählen? Bevor sie aber zu einer Entscheidung gezwungen war fragte ihre Freundin:
"Wie sieht es mit deiner Wohnung aus. Bist du schon mit Allem fertig", wollte Anita wissen.
"Bist du verrückt. Bis jetzt habe ich nur das Notwendigste getan."
"Wenn du möchtest, kann ich dir morgen helfen. Ich spreche mit Markus. Er hilft bestimmt auch."
"Das ist lieb von dir. Gerne nehme ich die Hilfe in Anspruch."
Den Rest des Abends redeten die beiden Frauen über alle möglichen Dinge. Es war schon nach Mitternacht als sich Elke von ihrer Freundin verabschiedete.

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Donnerstag, 17. Januar 2013
Das Jahr 2013 ist schon wieder ein ganzes Stück vorangeschritten. Es ist Zeit, daß Markus und Anita, meine Hauptpersonen aus "Liebe ist keine Garantie", wieder agieren. Ich habe ja angekündigt, daß die Geschichte der Beiden noch nicht zu Ende erzählt ist. Die ursprüngliche Geschichte liegt ja schon etliche Jahre zurück und so werden wir uns auf eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit begeben.
Manchmal wäre es schön wenn man selber noch einmal zurück könnte. Wäre dies der Fall dann würde ich einige Entscheidungen heute anders treffen. Für Veränderungen ist es aber nie zu spät.
Möchte hier jetzt aber nicht Privates breit treten, statt dessen gibt es hier ab morgen das erste Kapitel meiner neuen Geschichte. Sie trägt den Titel "Verspielte Träume". Viel Spass schon heute beim Lesen.

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