Sonntag, 10. Februar 2013
10. Kapitel

Die Boeing rollte gemütlich Richtung Startbahn. Anita hatte sich den Fensterplatz ausgesucht da sie das erste Mal flog und unbedingt viel sehen wollte. Das Symbol zum Anschnallen leuchtete auf. Nachdem die Frau den Gurt angelegt hatte schaute sie wieder aus dem Fenster. Das Flughafengebäude entfernte sich immer mehr. Dann machte die Maschine eine halbe Drehung. Sie hatte die Startbahn erreicht.
„Gleich geht es los“, meinte Markus nur und drückte ihre rechte Hand.
Kurz stoppte der Pilot die Maschine um sie dann auf volle Leistung zu bringen. Ein Aufheulen der Motoren war zu hören. Es war deutlich zu sehen wie das Flugzeug schnell an Geschwindigkeit zunahm. Anita spürte wie sie in den Sitz gedrückt wurde. Dann verloren die Räder den Bodenkontakt und die Boeing erhob sich in die Lüfte.
Fasziniert blickte Anita auf die Gebäude unter sich die immer kleiner wurden. Bald waren sie nicht mehr zu erkennen.
Der Pilot stellte sich und die Crew kurz vor, umriss die Flugroute und wünschte einen angenehmen Aufenthalt an Bord.
Der Flug verlief ruhig. Nachdem über die Bordmonitore die Sicherheitsvorkehrungen gezeigt worden waren, erlosch auch das Symbol zum Anschnallen. Markus löste seinen Gurt. Seine Freundin folgte seinem Beispiel. So hatten sie etwas mehr Bewegungsfreiheit, obwohl die Sitzreihen doch recht eng waren. Die Stewardessen servierten dann ein Frühstück, das aus einem kleinen Brötchen, Butter, etwas Wurst und Marmelade bestand. Besonders appetitlich sah das nun wirklich nicht aus. Enttäuscht sahen sich Markus und Anita an.
„Was möchten sie trinken“, fragte eine Stewardess, „wir haben Kaffee, Tee, Milch.“
„Zwei Kaffee bitte“, erwiderte Markus direkt, „oder möchtest du etwas anderes, Schatz?“
„Nein, Kaffe ist das was ich jetzt brauche.“
Ihnen wurden 2 Tassen mit heißem Kaffee überreicht. Dieser schmeckte überraschenderweise ausgezeichnet.
Über die Monitore wurde ein Unterhaltungsprogramm gespielt. Während des Fluges redeten die beiden junge Leute nicht viel miteinander. Markus hatte sich von einer der Stewardessen Kopfhörer für sich und seine Freundin geben lassen. Er hörte die ganze Zeit über Musik. Anita sah sich den Spielfilm an, der im Unterhaltungsprogramm angeboten wurde. Darauf konzentrieren konnte sie sich allerdings nicht. Ihr Blick schweifte oft aus dem Fenster. Bald schon überflogen sie die Alpen. Irgendwann döste sie etwas ein. Als sie wieder erwachte spähte sie aus dem Fenster und sah nur noch Meer unter sich. Wenig später bereits leuchtete wieder das Symbol zum Anschnallen auf. Inseln waren zu erkennen. Dann begann der Pilot mit dem Sinkflug.
Nach etwas über vier Stunden Flug landete die Maschine auf dem Airport Reina Sofia auf Teneriffa. Das Aufsetzten beherrschte der Pilot offensichtlich sehr gut. Die Boeing ruckelte nur wenig. Sofort wurden die Motoren gedrosselt und der Bremsmechanismus setzte ein. Langsam kam das Flugzeug zum Stehen.
Es dauerte noch etwas bis sie die Maschine verlassen konnten. Als es dann soweit war herrschte sofort dichtes Gedränge auf dem Mittelgang. So wartete das junge Paar noch etwas. Markus holte dann das Handgepäck aus den Staufächern über ihren Sitzen. Dann folgten sie den anderen Mitreisenden. Anita vernahm sofort eine frische Brise als sie das Flugzeug verließ. Eine Stewardess verabschiedete sie ebenso wie jeden anderen der von Bord ging. Bereit stehende Shuttlebusse brachten die Passagiere zum Flughafengebäude. Im Bus war es eng und stickig. Anita war froh als sie wieder Aussteigen konnte. Ihr stand ein dicklicher Mann gegenüber, der furchtbar nach Schweiß roch.
Im Flughafengebäude folgten sie wiederum der ganzen Menschenmenge zur Gepäckausgabe. Das war ein langes Fliesband, das in Hufeisenform die ganzen Koffer und Taschen an den wartenden Leuten vorbei schob.
„Da sind unsere Taschen ja schon“, meinte Markus und zeigte mit den Fingern der linken Hand drauf.
Seine Freundin erblickte sie auch. Kurz darauf konnten sie sich die Gepäckstücke vom Fließband nehmen.
Nachdem sie ihre Taschen hatten gingen die beiden jungen Leute auf den Parkplatz vor dem Flughafengebäude. Eine Mitarbeiterin von Neckermann-Reisen hatten sie zuvor gefragt in welchen Bus sie einsteigen mussten. Den Bus suchten sie nun.
Während sie den Parkplatz nach dem richtigen Bus absuchten, fiel Anita wieder auf wie frisch hier die Luft war. Eine leichte Brise wehte vom Meer her. Allerdings war es jetzt schon sehr warm. Anita hatte sich über ihrem T-Shirt eine leichte Weste übergezogen. Diese zog sie nun aus, da es ihr zu warm wurde. Die nächsten zwei Wochen würde sie genießen das stand für sie jedenfalls schon jetzt fest.
Den Bus hatten sie schnell gefunden und stiegen gleich ein nachdem sie Ihre Taschen dem Fahrer gegeben hatten, der sie im Gepäckraum des Busses verstaute. Es dauerte jedoch noch eine ganze Weile bis es losging. Noch eine Menge Leute stiegen zu. Wieder wurden sie von einer Mitarbeiterin der Reisegesellschaft begrüßt.

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