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Dienstag, 29. Januar 2013
klauspfrommer, 23:00h
6. Kapitel
Die Woche begann bewölkt. Anita wollte eigentlich mit dem Bus zur Arbeit fahren, beschloss aber dann doch das Auto zu nehmen. Seit sie den Führerschein hatte fuhr sie nur noch selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Fahrt zur Arbeit dauerte nicht mehr so lange und sie musste auch nicht immer auf den Bus warten, war somit unabhängig von irgendwelchen Fahrplänen.
Markus hatte zusammen mit ihr den Führerschein gemacht. Beide bestanden die Prüfung damals auf Anhieb. Sie hatten auch ganz schön hart dafür gebüffelt. Mit der Theorie gab es für die Frau keine Probleme. Anita hatte auch extra ein paar Fahrstunden mehr genommen um bei der praktischen Prüfung ebenfalls ganz sicher zu sein. In den letzten beiden Fahrstunden vor der Prüfung allerdings gelang ihr das Anfahren am Berg überhaupt nicht mehr. Nicht nur sie - auch ihr Fahrlehrer war am verzweifeln. Schließlich gab er auf und bat Anita es nicht weiter zu versuchen.
Das war heute alles Vergessen. Anfahren am Berg musste sie bei der Praxisprüfung seinerzeit nicht und so bestand sie diese auch ohne Fehlerpunkte. Ihre Eltern waren stolz auf sie und umso größer war die Überraschung für Anita gewesen. Von ihrem Vater hatte die Frau ein Auto geschenkt bekommen. Das konnte sie fast nicht glauben.
Den ganzen Tag über blieb es bewölkt und recht kühl. Anita war froh als sie nach Feierabend schnell Zuhause war. Oft ging sie nach der Arbeit noch ein wenig in Calw bummeln, jedoch nicht heute.
Am Abend kam überraschend Markus bei ihr vorbei. Er brachte ihr einen Strauß Blumen mit. Sie war immer noch etwas sauer auf ihn. Der Blumenstrauß allerdings erweichte ihr Herz. Es waren ein Dutzend sonnenscheingelber Rosen. Sie mochte leuchtende Farben. Gerne nahm sie die Blumen entgegen.
Markus folgte Anita und machte es sich auf der Couch gemütlich. Seine Freundin während dessen ging in die Küche um die wunderschönen Rosen ins Wasser zu stellen. Schnell hatte sie eine passende Vase aus einem der Schränke geholt und die Blumen darin arrangiert. Damit kam sie ins Wohnzimmer zurück und stellte das Ganze auf ein Sideboard neben dem Zugang zur Küche.
"Es tut mir leid, dass ich gestern nicht gekommen bin, aber ich hatte es total vergessen“, begann Markus kam aber nicht weiter.
Anita fuhr erbost dazwischen. Die paar Worte von ihrem Freund reichten um sie wieder wütend werden zu lassen. Sie wirbelte herum.
"Total vergessen. Wie kannst du von einem Tag auf den anderen eine Verabredung vergessen? Ich verstehe dich nicht. Was ist in letzter Zeit mit dir los?"
Markus stand von der Couch auf und ging zum Fenster.
"Es ist immer noch bewölkt. Wollen wir trotzdem einen Spaziergang machen?"
"Du weichst mir aus. Aber bitte, wie du möchtest. Machen wir einen Spaziergang."
Markus starrte weiter aus dem Fenster. Seiner Freundin mochte er im Augenblick nicht in die Augen sehen.
Nachdem Anita ihre Jacke von der Garderobe genommen hatte zog sie sich noch ein paar Turnschuhe an.
„Kommst du“, rief sie Markus zu.
Dann verließen sie schweigend die Wohnung und gingen in Richtung Wald.
"Gehen wir zum Sportplatz und zurück", meinte Markus.
Dieser lag ein Stück im Wald. Eine schmale asphaltierte Straße führte dorthin. Anita hakte sich bei ihrem Freund ein. Wenn sie sich jetzt nur anschreien und streiten würden brächte das keine Lösung, das war Anita klar. Sie versuchte es auf der sanften Tour.
"Du, wir müssen unbedingt über unsere Beziehung reden", begann sie ein Gespräch.
"Wie du meinst", antwortete ihr Freund.
"Vieles läuft nicht mehr so wie es sollte. Schon seit der Sache damals."
"Fängst du wieder damit an. Es ist vorbei. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich meine es war scheiße, dass ich geklaut habe. Wahrscheinlich war es ganz gut, dass du mich verpfiffen hast. Nur so konnte ich davon geheilt werden."
Während er das sagte, begann er zu grinsen.
"Nun ziehe es nicht ins Lächerliche. Ich möchte die alte Geschichte auch gar nicht wieder aufwärmen. Es geht mir um etwas anderes. Irgendetwas hat sich zwischen uns verändert. Ich meine ich mag dich noch immer aber..."
Markus schien nicht sonderlich an dieser Unterhaltung interessiert zu sein. Das merkte auch Anita. Diesmal würde sie aber nicht locker lassen. Sie musste endlich Klarheit schaffen.
Markus unterbrach seine Freundin:
"Dann ist ja alles in Ordnung. Ich liebe dich und das ist doch das Wichtigste oder meinst du etwa nicht?"
"Natürlich und trotzdem gibt es etwas das mich stört. Es entzweit uns immer mehr. Wenn wir nicht dagegen angehen wird es unsere Freundschaft früher oder später zerstören."
"Ich weiß nicht, was das sein könnte. Okay - ich hatte in den letzten Wochen wenig Zeit für dich. Doch das werde ich ändern. Das verspreche ich hiermit."
"Darum möchte ich auch bitten. Du hast mich in letzter Zeit häufig genug versetzt."
"Das tut mir leid."
Das Paar ging ein paar Minuten schweigend weiter. Über ihnen, in den Zweigen der Bäume, zwitscherten einige Vögel. Es war romantisch. Wie liebte Anita es doch in der Natur spazieren zu gehen.
Dann unterbrach Markus das Schweigen:
"Was hältst du davon, wenn wir zusammen in Urlaub fliegen?"
Das war überraschend für die Frau. Anita hatte daran noch nicht gedacht. Die beiden jungen Leute hatten ja noch nicht viel Geld gespart.
Ein Flug wäre sicher teuer, dachte Anita.
"Das wäre toll. Urlaub täte uns mit Sicherheit gut. Es wäre eine gute Möglichkeit, dass wir wieder näher zueinander finden. Ich müsste aber erst im Geschäft fragen, ob ich Urlaub bekomme. Das dürfte aber kein Problem sein. Wie sieht das bei dir aus?"
"Du weißt, dass es bei mir chaotisch zugeht. Ich kann aber Urlaub nehmen, wenn ich möchte."
"Das ist wirklich toll", entgegnete Anita und drückte ihrem Freund einen Kuss auf die Wange.
Mit einem Gefühl des Glücks ging die junge Frau am Arm ihres Freundes weiter. Er nahm sie fester an seine Seite.
"Wenn ich morgen Alles abgeklärt habe, können wir gleich ins Reisebüro gehen und buchen."
"Das geht in Ordnung", erwiderte Markus, "du kannst dir schon einmal überlegen wohin wir fahren wollen."
"Oh, das weiß ich schon."
Markus blieb abrupt stehen und sah Anita verwundert an.
"Du weißt das schon. Das ist ja gerade so, als hättest du gewusst, dass ich vorschlage in Urlaub zu fahren."
"Nein das stimmt nicht. Ich wollte aber schon immer einmal nach Teneriffa fliegen. Meine Kusine war vor zwei Jahren dort. Es hat ihr super gut gefallen."
Markus war mit dem Vorschlag einverstanden. Er hatte schon viel über die Kanaren gehört und wollte auch hin. Bis jetzt war er nur einmal auf Mallorca gewesen.
"Ich rufe nachher gleich noch Petra an. Sie soll mir sagen in was für einem Hotel sie gewesen ist. Ich weiß nicht mehr wie es hieß - aber dass es ihr sehr gut gefallen."
"Das machst du", sagte Markus nur noch und schenkte ihr ein strahlendes Lächeln.
Endlich hatte Anita wieder etwas auf das sie sich freuen konnte. Auf einmal war die Eintönigkeit, die in ihr Leben getreten war, mit einem Wisch verschwunden.
Die Woche begann bewölkt. Anita wollte eigentlich mit dem Bus zur Arbeit fahren, beschloss aber dann doch das Auto zu nehmen. Seit sie den Führerschein hatte fuhr sie nur noch selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Fahrt zur Arbeit dauerte nicht mehr so lange und sie musste auch nicht immer auf den Bus warten, war somit unabhängig von irgendwelchen Fahrplänen.
Markus hatte zusammen mit ihr den Führerschein gemacht. Beide bestanden die Prüfung damals auf Anhieb. Sie hatten auch ganz schön hart dafür gebüffelt. Mit der Theorie gab es für die Frau keine Probleme. Anita hatte auch extra ein paar Fahrstunden mehr genommen um bei der praktischen Prüfung ebenfalls ganz sicher zu sein. In den letzten beiden Fahrstunden vor der Prüfung allerdings gelang ihr das Anfahren am Berg überhaupt nicht mehr. Nicht nur sie - auch ihr Fahrlehrer war am verzweifeln. Schließlich gab er auf und bat Anita es nicht weiter zu versuchen.
Das war heute alles Vergessen. Anfahren am Berg musste sie bei der Praxisprüfung seinerzeit nicht und so bestand sie diese auch ohne Fehlerpunkte. Ihre Eltern waren stolz auf sie und umso größer war die Überraschung für Anita gewesen. Von ihrem Vater hatte die Frau ein Auto geschenkt bekommen. Das konnte sie fast nicht glauben.
Den ganzen Tag über blieb es bewölkt und recht kühl. Anita war froh als sie nach Feierabend schnell Zuhause war. Oft ging sie nach der Arbeit noch ein wenig in Calw bummeln, jedoch nicht heute.
Am Abend kam überraschend Markus bei ihr vorbei. Er brachte ihr einen Strauß Blumen mit. Sie war immer noch etwas sauer auf ihn. Der Blumenstrauß allerdings erweichte ihr Herz. Es waren ein Dutzend sonnenscheingelber Rosen. Sie mochte leuchtende Farben. Gerne nahm sie die Blumen entgegen.
Markus folgte Anita und machte es sich auf der Couch gemütlich. Seine Freundin während dessen ging in die Küche um die wunderschönen Rosen ins Wasser zu stellen. Schnell hatte sie eine passende Vase aus einem der Schränke geholt und die Blumen darin arrangiert. Damit kam sie ins Wohnzimmer zurück und stellte das Ganze auf ein Sideboard neben dem Zugang zur Küche.
"Es tut mir leid, dass ich gestern nicht gekommen bin, aber ich hatte es total vergessen“, begann Markus kam aber nicht weiter.
Anita fuhr erbost dazwischen. Die paar Worte von ihrem Freund reichten um sie wieder wütend werden zu lassen. Sie wirbelte herum.
"Total vergessen. Wie kannst du von einem Tag auf den anderen eine Verabredung vergessen? Ich verstehe dich nicht. Was ist in letzter Zeit mit dir los?"
Markus stand von der Couch auf und ging zum Fenster.
"Es ist immer noch bewölkt. Wollen wir trotzdem einen Spaziergang machen?"
"Du weichst mir aus. Aber bitte, wie du möchtest. Machen wir einen Spaziergang."
Markus starrte weiter aus dem Fenster. Seiner Freundin mochte er im Augenblick nicht in die Augen sehen.
Nachdem Anita ihre Jacke von der Garderobe genommen hatte zog sie sich noch ein paar Turnschuhe an.
„Kommst du“, rief sie Markus zu.
Dann verließen sie schweigend die Wohnung und gingen in Richtung Wald.
"Gehen wir zum Sportplatz und zurück", meinte Markus.
Dieser lag ein Stück im Wald. Eine schmale asphaltierte Straße führte dorthin. Anita hakte sich bei ihrem Freund ein. Wenn sie sich jetzt nur anschreien und streiten würden brächte das keine Lösung, das war Anita klar. Sie versuchte es auf der sanften Tour.
"Du, wir müssen unbedingt über unsere Beziehung reden", begann sie ein Gespräch.
"Wie du meinst", antwortete ihr Freund.
"Vieles läuft nicht mehr so wie es sollte. Schon seit der Sache damals."
"Fängst du wieder damit an. Es ist vorbei. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich meine es war scheiße, dass ich geklaut habe. Wahrscheinlich war es ganz gut, dass du mich verpfiffen hast. Nur so konnte ich davon geheilt werden."
Während er das sagte, begann er zu grinsen.
"Nun ziehe es nicht ins Lächerliche. Ich möchte die alte Geschichte auch gar nicht wieder aufwärmen. Es geht mir um etwas anderes. Irgendetwas hat sich zwischen uns verändert. Ich meine ich mag dich noch immer aber..."
Markus schien nicht sonderlich an dieser Unterhaltung interessiert zu sein. Das merkte auch Anita. Diesmal würde sie aber nicht locker lassen. Sie musste endlich Klarheit schaffen.
Markus unterbrach seine Freundin:
"Dann ist ja alles in Ordnung. Ich liebe dich und das ist doch das Wichtigste oder meinst du etwa nicht?"
"Natürlich und trotzdem gibt es etwas das mich stört. Es entzweit uns immer mehr. Wenn wir nicht dagegen angehen wird es unsere Freundschaft früher oder später zerstören."
"Ich weiß nicht, was das sein könnte. Okay - ich hatte in den letzten Wochen wenig Zeit für dich. Doch das werde ich ändern. Das verspreche ich hiermit."
"Darum möchte ich auch bitten. Du hast mich in letzter Zeit häufig genug versetzt."
"Das tut mir leid."
Das Paar ging ein paar Minuten schweigend weiter. Über ihnen, in den Zweigen der Bäume, zwitscherten einige Vögel. Es war romantisch. Wie liebte Anita es doch in der Natur spazieren zu gehen.
Dann unterbrach Markus das Schweigen:
"Was hältst du davon, wenn wir zusammen in Urlaub fliegen?"
Das war überraschend für die Frau. Anita hatte daran noch nicht gedacht. Die beiden jungen Leute hatten ja noch nicht viel Geld gespart.
Ein Flug wäre sicher teuer, dachte Anita.
"Das wäre toll. Urlaub täte uns mit Sicherheit gut. Es wäre eine gute Möglichkeit, dass wir wieder näher zueinander finden. Ich müsste aber erst im Geschäft fragen, ob ich Urlaub bekomme. Das dürfte aber kein Problem sein. Wie sieht das bei dir aus?"
"Du weißt, dass es bei mir chaotisch zugeht. Ich kann aber Urlaub nehmen, wenn ich möchte."
"Das ist wirklich toll", entgegnete Anita und drückte ihrem Freund einen Kuss auf die Wange.
Mit einem Gefühl des Glücks ging die junge Frau am Arm ihres Freundes weiter. Er nahm sie fester an seine Seite.
"Wenn ich morgen Alles abgeklärt habe, können wir gleich ins Reisebüro gehen und buchen."
"Das geht in Ordnung", erwiderte Markus, "du kannst dir schon einmal überlegen wohin wir fahren wollen."
"Oh, das weiß ich schon."
Markus blieb abrupt stehen und sah Anita verwundert an.
"Du weißt das schon. Das ist ja gerade so, als hättest du gewusst, dass ich vorschlage in Urlaub zu fahren."
"Nein das stimmt nicht. Ich wollte aber schon immer einmal nach Teneriffa fliegen. Meine Kusine war vor zwei Jahren dort. Es hat ihr super gut gefallen."
Markus war mit dem Vorschlag einverstanden. Er hatte schon viel über die Kanaren gehört und wollte auch hin. Bis jetzt war er nur einmal auf Mallorca gewesen.
"Ich rufe nachher gleich noch Petra an. Sie soll mir sagen in was für einem Hotel sie gewesen ist. Ich weiß nicht mehr wie es hieß - aber dass es ihr sehr gut gefallen."
"Das machst du", sagte Markus nur noch und schenkte ihr ein strahlendes Lächeln.
Endlich hatte Anita wieder etwas auf das sie sich freuen konnte. Auf einmal war die Eintönigkeit, die in ihr Leben getreten war, mit einem Wisch verschwunden.
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